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Vertex- vs. Regeneron-Aktie: Fantasie trifft auf Fundament

Regeneron punktet mit starken Quartalszahlen, während Vertex vor seinem Bericht auf das Schmerzmittel Journavx setzt. Die Bewertung der beiden Biotech-Riesen klafft weit auseinander.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Regeneron übertrifft Gewinnerwartungen im vierten Quartal
  • Vertex-Aktie vor entscheidendem Bericht zu Journavx
  • Hohes KGV von Vertex spiegelt Wachstumserwartungen wider
  • Regeneron profitiert von Eylea HD und Dupixent

Der Biotech-Sektor gleicht zum Start des Börsenjahres 2026 einer Achterbahnfahrt. Während die breiten Indizes eine Atempause einlegen, rücken zwei Schwergewichte ins Rampenlicht, die sich am entgegengesetzten Ende des Stimmungszyklus bewegen. Vertex Pharmaceuticals und Regeneron Pharmaceuticals liefern sich derzeit ein faszinierendes Duell: Hier die hochgradige Wachstumswette, dort die solide Substanzmaschine.

Mitten in der Berichtssaison zum vierten Quartal könnte die Diskrepanz kaum größer sein. Regeneron hat jüngst mit starken Zahlen überzeugt und seinen Ruf als Bilanzfestung untermauert. Vertex hingegen hält die Anleger in Atem: Der Quartalsbericht steht kurz bevor, und der Markt giert nach Daten zum neuen Schmerzmittel-Hoffnungsträger. Die Nervosität ist greifbar.

Für Anleger stellt sich nun die entscheidende Frage: Rechtfertigt die prall gefüllte Pipeline von Vertex die sportliche Bewertung, oder ist Regeneron das unterschätzte Value-Juwel, das vor einer Neubewertung steht?

Die Berichtssaison: Fakten gegen Nervenkitzel

Die letzten sieben Tage haben die Fronten an der Börse geklärt. Während ein Kontrahent seine Karten bereits auf den Tisch gelegt hat, spannt der andere den Markt weiter auf die Folter.

Regeneron: Lieferung nach Plan

Regeneron legte am 30. Januar 2026 seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor und brachte damit Kritiker seines reifen Augenheilkunde-Geschäfts zum Schweigen.
* Die harten Fakten: Das Unternehmen erzielte einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 11,44 USD und schlug damit die Konsensschätzungen von rund 10,74 USD deutlich. Der Umsatz kletterte auf 3,88 Milliarden USD (plus 2,5 % im Jahresvergleich), angetrieben durch die Widerstandsfähigkeit der Eylea-Sparte und die unaufhaltsame Expansion des Blockbusters Dupixent.
* Der Kurstreiber: Entscheidend war die Performance von Eylea HD (die hochdosierte Variante). Mit einem US-Nettoumsatz von 506 Millionen USD im Quartal – ein Sprung von 66 % gegenüber dem Vorquartal – bewies Regeneron eindrucksvoll, dass es seinen Marktanteil gegen Roches Konkurrenzprodukt Vabysmo und herannahende Biosimilars verteidigen kann.
* Die Marktreaktion: Die Aktie reagierte positiv und stabilisierte sich im Bereich von 770 bis 780 USD (aktuell rund 777 USD). Die Ängste vor auslaufenden Patenten rücken damit weiter in den Hintergrund.

Vertex: Die Spannung steigt

Vertex (aktuell bei ca. 470 USD) hat seine Bücher noch nicht geöffnet. Die Zahlen für das vierte Quartal 2025 werden am Donnerstag, den 12. Februar 2026, erwartet.
* Der Einsatz: Der Markt ist nervös, aber optimistisch. Der Fokus liegt dabei längst nicht mehr nur auf dem Monopol bei Mukoviszidose (CF). Alle Augen richten sich auf die kommerzielle Entwicklung von Journavx (Suzetrigine) im ersten vollen Jahr. Dieses im Januar 2025 von der FDA zugelassene, nicht-opioide Schmerzmittel ist der Dreh- und Angelpunkt der Diversifizierungsstrategie von Vertex.
* Die Erwartungshaltung: In den letzten 48 Stunden haben Experten ihre Erwartungen nochmals justiert. Einige Analysten schraubten ihre Kursziele auf bis zu 530 USD hoch, begründet durch positive Signale bei der Aufnahme von Journavx in die Krankenhauslisten. Doch Vorsicht ist geboten: Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von ca. 33 ist bereits viel Zukunftsmusik eingepreist. Raum für Enttäuschungen gibt es nächste Woche kaum.

Bewertung: Teure Zukunft oder günstiges Schnäppchen?

Die Bewertungsschere zwischen den beiden Biotech-Riesen klaffte selten so weit auseinander. Dies spiegelt zwei völlig unterschiedliche Investitionsnarrative wider.

KennzahlVertex Pharmaceuticals (VRTX)Regeneron Pharmaceuticals (REGN)Vorteil
Aktienkurs~470,72 USD~777,53 USD
Marktkapitalisierung~120 Mrd. USD~79 Mrd. USDVertex (Größe)
KGV (erwartet)~33x~18,6xRegeneron (Value)
Dividendenrendite0 %~0,5 % (Start 2025)Regeneron
UmsatzwachstumZweistellig (Prognose)Niedrig bis mittel einstelligVertex (Dynamik)
BurggrabenCF-Monopol: Unangefochtene Dominanz mit Trikafta.Diversifiziert: Eylea (Auge) + Dupixent (Immunologie) + Libtayo (Onko).Vertex (Verteidigung)

Analyse der Situation:
Regeneron handelt trotz hoher Profitabilität mit einem Abschlag zum Sektor-Durchschnitt. Der Markt behandelt das Unternehmen effektiv als reife „Cash-Maschine“ und übersieht dabei oft das Pipeline-Potenzial in der Onkologie. Vertex hingegen genießt eine „Wachstumsprämie“. Anleger sind bereit, fast das Doppelte für jeden Dollar Gewinn zu zahlen, weil sie darauf wetten, dass das Unternehmen kurz vor einem Ausbruch in mehrere neue Märkte steht (Schmerztherapie, Sichelzellenanämie, Diabetes).

Burggraben und Innovation: Wer bietet mehr?

Vertex: Der Serien-Innovator

Die Strategie von Vertex ist riskant, verspricht aber hohe Belohnungen. Durch den Fokus auf Spezialmärkte mit hohem ungedecktem Bedarf sichert sich das Unternehmen Preismacht.
* Schmerzmanagement: Die Einführung von Journavx wird als der wichtigste Launch der Jahre 2025/2026 gehandelt. Im Gegensatz zu Opioiden besteht kein Suchtpotenzial – ein gewaltiges Verkaufsargument in der Opioid-Krise. Sollte Vertex nächste Woche bestätigen, dass der Marktzugang kritische Schwellen überschritten hat, könnte die Aktie ihr 52-Wochen-Hoch von 519 USD knacken.
* Mukoviszidose: Die „Vanza“-Dreifachkombination (die nächste Generation der CF-Therapie) steht bereit, den Patentschutz bis in die späten 2030er Jahre zu verlängern. Damit schlägt Vertex die Tür für die Konkurrenz effektiv für ein weiteres Jahrzehnt zu.

Regeneron: Der Pipeline-Motor

Regenerons großer Vorteil ist die proprietäre VelocImmune-Technologie, die Wirkstoffkandidaten schneller generiert als die Konkurrenz.
* Dominanz in der Immunologie: Dupixent (in Partnerschaft mit Sanofi) bleibt ein Medikament der Superlative. Jüngste Zulassungen für chronische spontane Urtikaria (CSU) und COPD treiben das Wachstum weiter an. Es ist der verlässliche Motor, der die Forschung finanziert.
* Expansion in der Onkologie: Die Umsätze mit Libtayo (Hautkrebs) wuchsen im letzten Quartal um 50 %. Auch wenn es noch kleiner als Mercks Keytruda ist, leistet es einen zunehmend wichtigen Beitrag zum Gewinn und diversifiziert die Einnahmen weg vom reinen Augengeschäft.

Charttechnik: Die Ruhe vor dem Sturm?

Vertex (VRTX) – Das große Warten

  • Chartmuster: Die Aktie befindet sich in einer Konsolidierungsphase und pendelt sich eng zwischen 455 USD und 480 USD ein. Dieses „Zusammenziehen“ der Volatilität geht oft einer signifikanten Bewegung voraus – höchstwahrscheinlich ausgelöst durch die Zahlen am 12. Februar.
  • Unterstützung/Widerstand: Eine kritische Unterstützung liegt am 50-Tage-Durchschnitt (456 USD). Ein Rutsch darunter könnte Kursziele um 427 USD aktivieren. Der Widerstand bei 485 USD ist massiv; ein Schlusskurs darüber würde den Weg in Richtung 520 USD und mehr freimachen.
  • Indikator: Das Handelsvolumen ist in der letzten Woche ausgetrocknet – ein klassisches Zeichen für einen Markt im „Abwartemodus“.

Regeneron (REGN) – Bodenbildung abgeschlossen

  • Chartmuster: Nach einer Korrekturphase Ende 2025 bildet REGN nun einen Boden aus. Die Reaktion auf die Zahlen vom 30. Januar – ein Kursprung mit anschließender Bestätigung – ist ein klares bullisches Signal.
  • Unterstützung/Widerstand: Das Niveau um 740 USD hat sich als solider Betonboden etabliert. Der unmittelbare Widerstand liegt bei der psychologischen Marke von 800 USD, gefolgt von 820 USD.
  • Indikator: Die Aktie notiert wieder über ihrer 200-Tage-Linie, was technisch orientierten Anlegern die Rückkehr in den langfristigen Aufwärtstrend signalisiert.

Das sagen die Experten

Vertex: Die Stimmung an der Wall Street ist überwiegend positiv („Buy“), doch die Kursziele liegen eng am aktuellen Preis. Die Analysten sind vorsichtig, was das Tempo der Markteinführung im Schmerzbereich angeht.
* Das Bullen-Szenario: Journavx entwickelt sich schneller als erwartet zum Blockbuster (über 1 Mrd. USD Umsatz in 2026).
* Das Bären-Szenario: Die Markteinführung verläuft schleppend, was das hohe KGV in Richtung 25x komprimieren würde.

Regeneron: Hier hat sich die Stimmung von „Neutral“ zu „Vorsichtig Optimistisch“ gedreht. Die Einführung der Dividende im Jahr 2025 und das aggressive Aktienrückkaufprogramm (kürzlich um 3 Milliarden USD aufgestockt) ziehen einkommensorientierte Fonds an.
* Das Bullen-Szenario: Eylea HD stabilisiert das Franchise vollständig, sodass das Wachstum von Dupixent die Margen direkt nach oben treibt.
* Das Bären-Szenario: Die Hochdosis-Konkurrenz von Roche intensiviert sich und erodiert die Eylea-Festung schneller als vorhergesagt.

Fazit: Welches Depot profitiert?

Die Wahl zwischen Vertex und Regeneron im Februar 2026 ist eine Grundsatzentscheidung zwischen aggressivem Wachstumspotenzial und defensiver Substanz.

Vertex Pharmaceuticals (VRTX) ist die erste Wahl für Anleger, die durch Innovation eine Überrendite suchen. Der kommende Quartalsbericht am 12. Februar ist ein binäres Ereignis: Wenn das Management eine starke Nachfrage nach Journavx signalisiert, ist die Aktie selbst bei einem 33er KGV wohl noch günstig. Doch das Ausführungsrisiko ist real. Man bezahlt hier für eine Zukunft, die erst noch gebaut werden muss.

Regeneron Pharmaceuticals (REGN) bietet hingegen eine überzeugende Sicherheitsmarge. Mit einem KGV von rund 18,6, einer wachsenden Dividende und massiven Rückkäufen ist das Papier eine Festung in unsicheren Zeiten. Das vierte Quartal hat bewiesen, dass das Unternehmen Patentabläufe meistern kann, ohne abzustürzen. Wer Kapitalerhalt und stetigen Zinseszins bevorzugt, hält mit Regeneron die besseren Karten.

Das Urteil:
* Für Trader: Vertex im Blick behalten bis zum 12. Februar. Ein Ausbruch über 485 USD ist ein klares Kaufsignal.
* Für Investoren: Regeneron bietet heute das überlegene Chance-Risiko-Verhältnis, mit einem Bewertungsboden, der das Risiko begrenzt, während die Pipeline reift.

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