VERSES AI zieht den Stecker. Das Unternehmen stoppt sämtliche Aktivitäten im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Ohne Vorwarnung bricht das Kerngeschäft weg. Die Führungsetage verlässt derweil fluchtartig das Unternehmen.
Flucht der Führungsebene
Die Rücktrittswelle ist beispiellos. Präsident James Hendrickson, Technikchef Hari Thiruvengada und Chefwissenschaftler Karl Friston haben ihre Posten geräumt. Der Grund birgt Zündstoff. Das Trio stritt mit dem Verwaltungsrat über Vergütungspraktiken. Konkret ging es um nicht ausgezahlte Löhne an Mitarbeiter. Bereits im Februar hatten Vorstandsmitglied Dan Mapes und der Chefbuchhalter das Unternehmen verlassen.
Geplatzter Deal und leere Kassen
Die Folge: Die kommerzielle Basis bricht weg. VERSES AI kündigt den erst im April geschlossenen Lizenzvertrag mit Prodigii AI. Dieser Deal sollte über zehn Jahre laufen und garantierte Quartalszahlungen von 125.000 US-Dollar bringen. Auch die Zusammenarbeit mit einer großen Investmentfirma endet.
Die Kassen sind alarmierend leer. Der freie Cashflow liegt bei minus 27 Millionen US-Dollar. Damit reicht die Liquidität für weniger als ein Jahr. Interim-CEO David Scott räumt ein, dass Versuche der Kapitalbeschaffung in den letzten Monaten gescheitert sind. Weder Fusionen noch Notverkäufe kamen zustande.
Eine Privatplatzierung im Frühjahr brachte lediglich rund 1,1 Millionen Kanadische Dollar ein. Das ist nur ein Bruchteil des benötigten Kapitals. Aktionäre leiden derweil unter einer massiven Verwässerung. Die Anzahl der ausstehenden Aktien stieg im vergangenen Jahr um 26 Prozent.
Absturz ohne Netz
Die Börse reagiert gnadenlos auf den Kahlschlag. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie fast 60 Prozent an Wert. Einstige Höchstkurse von über 24 Kanadischen Dollar sind längst Geschichte. Das verdeutlicht das Ausmaß der massiven Kapitalvernichtung.
Das Management sucht nun nach strategischen Alternativen. Das Unternehmen will verbleibendes Kapital schonen und neue Geschäftsmöglichkeiten prüfen. Ohne aktives KI-Geschäft, ohne Lizenzeinnahmen und ohne Führungsteam bleibt nur eine leere Hülle. Das Überleben hängt nun einzig davon ab, ob das Rumpf-Management zeitnah eine rettende Transaktion abschließt. Garantien dafür gibt es keine.
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