Der Telekom-Riese Verizon hat überraschend einen Führungswechsel vollzogen. Dan Schulman, ehemaliger PayPal-Chef, übernimmt mit sofortiger Wirkung das Ruder von Hans Vestberg. Die Märkte reagieren zunächst verhalten – die Aktie gibt 1,8 Prozent nach.
Schulman bringt beeindruckende Referenzen mit. Als langjähriger PayPal-CEO trieb er die digitale Transformation des Zahlungsdienstleisters voran und sammelte Erfahrungen bei Größen wie AT&T, American Express und Virgin Mobile. Seit 2018 sitzt er bereits im Verizon-Aufsichtsrat und wurde erst im Dezember 2024 zum unabhängigen Vorsitzenden gewählt.
Vestberg bleibt als Berater im Boot
Der scheidende CEO Hans Vestberg verschwindet nicht spurlos. Bis Oktober 2026 wird er als Sonderberater fungieren und den Übergang begleiten. Seine Hauptaufgabe: die Integration von Frontier Communications, die im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden soll. Diese Übernahme könnte für Verizon zu einem wichtigen Wachstumstreiber werden.
Mark Bertolini komplettiert die neue Führungsriege als Aufsichtsratsvorsitzender. Vestberg bleibt bis zur Hauptversammlung 2026 im Gremium.
Prognose steht – aber reicht das?
Trotz des Führungswechsels hält Verizon an seiner Jahresprognose fest. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll um ein bis drei Prozent steigen, der freie Cashflow zwischen 19,5 und 20,5 Milliarden Dollar liegen. Doch können diese moderaten Ziele die Anleger überzeugen?
Der Kursverlust von 1,8 Prozent auf 42,89 Dollar zeigt: Die Investoren sind noch nicht restlos begeistert. Vielleicht braucht es mehr als nur einen neuen Namen an der Spitze, um den Telekom-Giganten wieder in Fahrt zu bringen. Die Q3-Zahlen am 29. Oktober werden zeigen, ob Schulmans Expertise dem Konzern neuen Schwung verleiht.
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