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Symbolbild, KI-generiert

Verbio Aktie: Dividende zurück, Kurs zuckt nicht

Verbio verbessert das Jahresergebnis deutlich, senkt die Nettoschulden und stellt für 2026/27 ein höheres EBITDA in Aussicht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Quartals-EBITDA dreht ins Plus
  • Jahres-EBITDA steigt auf 193,9 Millionen Euro
  • Management prognostiziert 210 bis 250 Millionen Euro
  • Dividende von 0,20 Euro je Aktie vorgeschlagen

Drei Monate Seitwärtsbewegung, dann kommt endlich der lang erwartete Ausblick — und die Aktie bewegt sich trotzdem kaum. Dabei liefert Verbio Zahlen, die nach einer echten Trendwende aussehen.

Das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 brachte ein EBITDA von 88,2 Millionen Euro, nach einem Verlust von 8,2 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr summierte sich das Ergebnis auf 193,9 Millionen Euro, gegenüber gerade einmal 14,2 Millionen Euro im Vorjahr. Der Sprung fällt damit deutlich größer aus als die reine Prozentzahl vermuten lässt.

Zwei Sparten tragen den Aufschwung

Bioethanol und Biomethan lieferten mit 55,0 Millionen Euro den größten Ergebnisbeitrag im Quartal, nach einem Verlust von 26,3 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Treiber waren kräftig gestiegene europäische Ethanol-Margen sowie deutlich höhere Preise für Treibhausgas-Quoten, die sich mehr als vervierfacht haben. Parallel dazu verbesserte sich die Auslastung in den USA.

Die Biodiesel-Sparte steigerte ihr EBITDA um 58 Prozent auf 32,8 Millionen Euro — trotz eines deutlich schwächeren Marktspreads. Höhere Volumina und günstig eingekauftes Rapsöl glichen den Effekt aus.

Guidance und Bilanz stützen die Story

Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 stellt das Management ein EBITDA zwischen 210 und 250 Millionen Euro in Aussicht. Rechnet man einen Sondereffekt aus dem Vorjahr heraus — eine Auflösung von Wertberichtigungen auf Treibhausgas-Quoten in Höhe von 19 Millionen Euro —, impliziert die Prognose ein Wachstum von etwa 20 bis 43 Prozent.

Zusätzlich liegen Quoten im Wert von 131 Millionen Euro in der Bilanz, die erst für das Verpflichtungsjahr 2027 nutzbar sind und größtenteils erst 2027/28 realisiert werden dürften.

Die operative Cash-Generierung überzeugt: 165 Millionen Euro Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, 78 Millionen Euro Free Cashflow. Die Nettofinanzverschuldung sank von 164 auf 92 Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund hat Verbio vorgeschlagen, erstmals seit Längerem wieder eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie auszuschütten — ein Vorschlag, der der Hauptversammlung zur Abstimmung vorgelegt wird.

Ein Analysehaus bestätigt sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 41 Euro, basierend auf den erwarteten freien Cashflows der Geschäftsjahre 2027/28 und 2028/29.

Am 8. Oktober steht ein Kapitalmarkttag an. Dort dürfte es um die kommerzielle Vermarktung erneuerbarer Chemikalien gehen, um den Fortschritt der CO2-Abscheidungsanlage in Zörbig mit Partner Nippon Gases sowie um mögliche Vorteile aus US-Steuergutschriften nach Section 45Z.

Eine mögliche Ausweitung der Kooperation auf den Standort Schwedt gilt als weiterer Baustein für die mittelfristige Bewertung — auch wenn dieses Projekt noch in einem frühen Stadium steckt.

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