Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten hat die Ölpreise am Freitag deutlich fallen lassen. Das trifft auch die Aktionäre von Verbio. Die Aktie des Biokraftstoffherstellers stürzte um 3,92 Prozent auf 31,40 Euro ab – der tiefste Stand seit drei Monaten. Im SDax war sie damit das Schlusslicht.
Der Mechanismus hinter dem Kursrutsch
Der Zusammenhang ist einfach: Fallen die Ölpreise, wird Benzin günstiger. Dann greifen Autofahrer seltener zu Alternativen wie E10. Verbio produziert Bioethanol, das zur Herstellung von E10 benötigt wird. Sinkt die Nachfrage, leiden die Margen. Genau das antizipiert der Markt jetzt.
Die Ölpreise gaben nach, weil US-Präsident Donald Trump angekündigte Angriffe auf den Iran absagte. Zudem signalisierte Teheran einen baldigen Verhandlungsabschluss. Der Rohölpreis reagierte mit einem deutlichen Abschlag darauf – und riss Verbio mit nach unten.
Die Zahlen zeigen die Wucht der Bewegung. Seit dem Zwischenhoch Anfang April hat die Aktie rund ein Drittel ihres Wertes verloren. Rasant war der Aufstieg zuvor: Plus 216 Prozent auf Jahressicht. Das 52-Wochen-Hoch von 46,98 Euro vom 31. März wirkt momentan weit entfernt.
Technische Signale und Ausblick
Die Aktie notiert aktuell unter dem 50-Tage-Durchschnitt (37,55 Euro) und dem 100-Tage-Durchschnitt (33,55 Euro). Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 25,33 Euro. Die jüngste Verlustserie hat auch den RSI auf 34,9 gedrückt – ein Hinweis auf leichte Überverkaufstendenzen, aber noch keine klare Trendwende.
Dabei hatte Verbio die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/2026 erst Ende Mai angehoben. Das Management erwartet nun ein EBITDA zwischen 160 und 180 Millionen Euro. Zuvor lag die Spanne bei 100 bis 140 Millionen Euro. Grund für die Anhebung: ein positives Ethanol-Marktumfeld und erwartete Wertaufholung bei THG-Quoten.
Die Quartalszahlen folgen voraussichtlich im September. Bis dahin dürfte vor allem die weitere Entwicklung der Ölpreise über den Kurs von Verbio entscheiden.
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