Deutschlands Maschinenbauer müssen das vierte Schrumpfungsjahr in Folge verkraften. Der Branchenverband VDMA senkt seine Produktionsprognose für das laufende Jahr von Stagnation auf ein reales Minus von zwei Prozent. Eine spürbare Erholung zeichnet sich erst für das Folgejahr ab, für das wieder ein Produktionsplus von drei Prozent erwartet wird.
Ausschlaggebend für die Abwärtsrevision ist der schwache Jahresauftakt. In den ersten sieben Monaten lag die Produktion real um 4,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Viele Betriebe arbeiten derzeit mit spürbarem Leerlauf, die technischen Kapazitäten bleiben deutlich unterausgelastet.
Parallel dazu senden einzelne Frühindikatoren erste Signale für eine Besserung. Die preisbereinigten Auftragseingänge stiegen im Siebenmonatszeitraum um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den stärksten Schub brachten die Bestellungen aus Nicht-Euro-Ländern mit einem Zuwachs von 14 Prozent.
Auslandsnachfrage stützt, Binnenmarkt bremst
Dieser Nachfragezuwachs aus Übersee reicht jedoch nicht aus, um das schwache erste Halbjahr auszugleichen. Während internationale Kunden wieder vermehrt Order platzieren, hinkt das Inlandsgeschäft hinterher. Im deutschen Heimatmarkt zögern viele Unternehmen mit neuen Investitionen, sodass die Impulse in der Breite der Industrie noch nicht greifen.
Hinzu kommen anhaltende Belastungen im Außenhandel. Geopolitische Spannungen, die US-Zollpolitik und ein zäher chinesischer Markt dämpfen das Geschäftstempo der exportorientierten Industrie. Die erwartete Erholung im kommenden Jahr baut darauf auf, dass sich die weltweite Konjunktur stabil hält und staatliche Fördergelder zusätzliche Ausrüstungsinvestitionen auslösen.
Für einen dauerhaften Aufschwung ab 2027 verweist der Verband auf klare Bedingungen am Standort. Eine nachhaltige Erholung gelingt demnach nur, wenn verlässliche Rahmenbedingungen wieder privates Kapital mobilisieren und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie gestärkt wird.
