Norwegens drittgrößter Ölkonzern dreht an vielen Stellschrauben gleichzeitig. Var Energi kauft ein, verkauft, tauscht und bohrt neue Löcher. Das Ziel: die eigene Produktion massiv steigern.
Die Aktie reagiert verhalten. Am Donnerstag verliert sie 2,5 Prozent auf 3,84 Euro. Damit notiert das Papier 16,6 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, aber 35 Prozent über dem Jahresstart.
Milliarden-Deals für mehr Effizienz
Das Management setzt auf eine umfassende Portfolio-Optimierung. Var Energi übernimmt Pandion Energy für 110 Millionen Dollar. Der Deal bringt dem Konzern zehn Prozent am Nova-Feld und 20 Prozent an der Ofelia-Entdeckung.
Parallel dazu tauscht Var Energi mit DNO: 15 Prozent an Ringhorne North gegen fünf Prozent am Gjøa-Feld. Zwei weitere Verkäufe kommen hinzu. Orlen übernimmt 20 Prozent am Goliat-Feld. An Concedo gehen 25 Prozent an Fenja – für bis zu 350 Millionen Dollar.
Alle Transaktionen sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen sein. Die Maßnahmen dienen einem klaren Ziel: über 400.000 Barrel Öl pro Tag fördern.
Neue Bohrungen in der Nordsee
Ein weiterer Meilenstein: die finale Investitionsentscheidung für „Balder Next New Wells“. Sieben neue Bohrungen entstehen vor der norwegischen Küste. Die Anbindung erfolgt an die Jotun FPSO, eine schwimmende Förderplattform.
Produktionsstart ist das vierte Quartal 2027. Das Projekt erschließt rund 86 Millionen Barrel Öl. Var Energi hält 90 Prozent, Kistos Energy zehn Prozent. Der Break-even liegt bei 30 Dollar pro Barrel, die interne Verzinsung über 35 Prozent.
Mitarbeiter als Mitaktionäre
Var Energi setzt auf interne Beteiligung. 86 Prozent der Belegschaft nehmen am Aktienprogramm teil. Am 16. Juni wies der Konzern 156.440 Aktien zu. Der Durchschnittspreis lag bei 43,23 norwegischen Kronen.
Führungskräfte stockten parallel auf: 5.034 Aktien zum selben Kurs. Der RSI von 33,1 signalisiert inzwischen eine leichte Unterbewertung. Die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei knapp 39 Prozent.
Die kommenden Monate zeigen, ob der Transformationsplan aufgeht. Die Bohrungen in der Nordsee brauchen Zeit. Die Portfolio-Deals hingegen sind schnelle Schritte in die richtige Richtung.
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