Während KI-Regulierungsängste und schwache Chipwerte die globalen Aktienmärkte in dieser Woche durchschüttelten, zeigen sich Privatanleger unbeeindruckt: Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation belegte im Oktober bei zwei großen britischen Brokern erneut den zweiten Platz unter den meistgekauften ETFs.
Platz zwei bei zwei großen Brokern
Interactive Investor führt den Fonds im Oktober auf Rang zwei der meistgekauften ETFs seiner Kunden – unverändert gegenüber dem Vormonat. Auch bei Fidelity International belegte der Vanguard FTSE All-World im Oktober Platz zwei der meistverkauften ETFs, gemessen an den Netto-Verkäufen über ISA-, SIPP- und Investmentkonten der Privatkunden.
Auch MoneyWeek bestätigte unter Berufung auf Interactive Investor diese Platzierung. Die Konstanz dieser Käuferpräferenz fällt auf, weil sie mitten in eine Phase erhöhter Marktnervosität fällt – ein Hinweis darauf, dass viele Privatanleger an ihrer Kaufen-und-Halten-Strategie festhalten, statt auf kurzfristige Schwankungen zu reagieren.
Die Zahlen unterstreichen, dass der breit gestreute Welt-ETF trotz der jüngsten Turbulenzen zu den Favoriten im europäischen Privatanlegergeschäft zählt.
Ausverkauf bei Technologiewerten belastet Kurs
Der Hintergrund für die jüngste Kursschwäche liegt in den USA: Reuters berichtete, dass die weltweite, von Künstlicher Intelligenz getriebene Verkaufswelle sich am Freitag fortsetzte, nachdem die Gewinne der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen Sorgen vor einer strengeren KI-Regulierung und einer Verlangsamung beim Ausbau von Rechenzentren geschürt hatten.
Besonders technologielastige asiatische Märkte gaben deutlich nach. Erst am Donnerstag hatte ein breiter Ausverkauf, verstärkt durch enttäuschende Zahlen von Qualcomm, die Halbleiterbranche unter Druck gesetzt.
Bereits am Mittwoch hatten sich die globalen Aktienmärkte und der Dollar von ihren nächtlichen Tiefständen erholt, nachdem klar wurde, dass die Demokraten die Kontrolle über beide Kongresskammern übernehmen. Die anfänglichen Sorgen vor schärferer regulatorischer Kontrolle des KI-Sektors wichen zunächst einer Erholung, bevor die Verunsicherung am Donnerstag und Freitag erneut zurückkehrte.
Kurs spiegelt die Nervosität wider
Der ETF, der den FTSE All-World Index abbildet, bekam diese Schwankungen direkt zu spüren: Er schloss am Freitag bei 164,80 Euro, nach einem Wochenminus von 2,3 Prozent. Damit liegt das Papier zwar noch immer 13 Prozent im Plus seit Jahresbeginn, doch die jüngste Talfahrt zeigt, wie unmittelbar sich die Sorgen um die KI-Branche auf einen breit gestreuten Welt-ETF übertragen – schließlich machen Technologiewerte einen bedeutenden Teil des zugrunde liegenden Index aus.
Für Anleger, die auf die beständige Kaufpräferenz bei Interactive Investor und Fidelity blicken, ergibt sich ein zweigeteiltes Bild: Kurzfristig bleibt der Fonds den politisch getriebenen Schwankungen der Technologiebranche ausgesetzt, langfristig setzen viele Sparer unverändert auf die breite globale Streuung als Kernbaustein ihres Portfolios.
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