Nur 0,22 Prozent trennen den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF von seinem 52-Wochen-Hoch. Der weltgrößte Tracker für globale Aktien schloss am Freitag bei 166,74 Euro. Während sich der Fonds stabil auf hohem Niveau hält, baut Anbieter Vanguard sein Angebot an spezialisierten US-Produkten aus.
Vier neue US-Fonds erweitern das Angebot
Am 9. Juli startete Vanguard gleich vier neue UCITS-ETFs mit Fokus auf den US-Markt. Im Angebot: der Russell 1000 Growth, Value, Mid-Cap und Small-Cap ETF. Alle vier notieren an wichtigen europäischen Börsen, darunter die Deutsche Börse, die London Stock Exchange und Euronext Amsterdam.
Für europäische Anleger öffnet das neue Wege. Statt nur über breite Indexfonds wie den FTSE All-World zu investieren, können sie jetzt gezielt einzelne Segmente des US-Marktes ansteuern.
Parallel baut Vanguard seine Beratungsdienste um. Mit dem Beitritt zum Programm Fund Strategist Tax Management Advantage verabschiedet sich der Anbieter von der klassischen Steuerplanung zum Jahresende. Die Steueroptimierung soll künftig ganzjährig laufen.
Auch andere Anbieter werden aktiv. TipRanks brachte am selben Tag seinen ersten eigenen ETF an den Markt – den Defiance KSM TipRanks Analyst ETF mit Fokus auf Momentum-Aktien.
Der Kurs bleibt robust
Der breite Tracker bleibt trotz der neuen Konkurrenzprodukte der zentrale Baustein für globale Diversifikation. Das 52-Wochen-Hoch von 167,10 Euro erreichte der ETF am 22. Juni. Auf Monatssicht steht ein Plus von 5,33 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 14,22 Prozent.
Über zwölf Monate hat der Fonds sogar 26,45 Prozent zugelegt. Der Kurs liegt rund 2,72 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 162,33 Euro und knapp 10,90 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 150,35 Euro.
Ein RSI von 59,9 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Marktlage an. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei moderaten 14,49 Prozent.
Breite Streuung als Verkaufsargument
Gegenüber den neuen Nischenprodukten bleibt die breite Streuung das zentrale Argument für den FTSE-All-World-Tracker. Die zehn größten Positionen – NVIDIA, Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon, Broadcom, Taiwan Semiconductor, Meta Platforms, Tesla und Samsung Electronics – machen zusammen rund 25,6 Prozent des Nettovermögens aus.
Der Fonds hält 3.763 Aktien, der Referenzindex kommt auf 4.256. Bei einer Gesamtkostenquote von 0,19 Prozent pro Jahr bleibt Vanguards Flaggschiff der größte ETF, der den FTSE-All-World-Index abbildet. Diese Kostenstruktur unterscheidet ihn deutlich von den neuen, spezialisierten US-Produkten, die zwar mehr Präzision bieten, aber eben auch ein engeres Marktsegment.
Vanguard fährt damit zweigleisig. Auf der einen Seite wächst das Angebot an granularen Produkten für taktisch orientierte Anleger. Auf der anderen Seite bleibt der breite Kern-ETF die erste Wahl für langfristig orientierte Sparer – und der Maßstab, an dem sich neue Produktlinien und Wettbewerber messen lassen müssen.
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