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Symbolbild, KI-generiert

Vanguard FTSE All-World: 2,35 Prozent Sturz nach Broadcom-Schock

Der Vanguard FTSE All-World ETF fällt nach zwei Schocks um 2,35 Prozent. Starke US-Jobdaten und Broadcom-Ausverkauf belasten den Kurs.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Tagesverlust von 2,35 Prozent
  • Broadcom enttäuscht mit Umsatzprognose
  • US-Jobdaten übertreffen Erwartungen deutlich
  • Jahresplus von knapp 10 Prozent

Kurz nach einem neuen Allzeithoch folgte der Rückschlag. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (VWCE) schloss den Freitag bei 160,44 Euro — ein Minus von 2,35 Prozent an einem einzigen Tag. Zwei Makroschocks sorgten dafür, dass die Rekordrally der Vorwoche schnell wieder verpuffte.

Broadcom zieht Technologiesektor nach unten

Am Donnerstag lieferte Broadcom den ersten Schlag. CEO Hock Tan hob das Jahresziel von 100 Milliarden Dollar bei KI-Chip-Umsätzen nicht an. Für das dritte Quartal stellte Broadcom 16 Milliarden Dollar in Aussicht — Analysten hatten 17,2 Milliarden erwartet. Die Aktie verlor daraufhin rund 15 Prozent. Das zog Nvidia und andere Halbleiterwerte mit nach unten.

Das trifft VWCE direkt. Zu den größten Positionen des ETF zählen Nvidia, Microsoft, Alphabet, Amazon, Broadcom, Taiwan Semiconductor, Meta und Berkshire Hathaway. Ein konzentrierter Ausverkauf im Halbleiter- und Mega-Cap-Bereich schlägt sich unmittelbar in der Fondsperformance nieder.

Starke US-Jobdaten belasten zusätzlich

Am Freitag folgte der zweite Schock — diesmal aus dem US-Arbeitsmarkt. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft stieg um 172.000. Erwartet hatte der Marktkonsens nur 80.000. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,3 Prozent stabil.

Gute Nachrichten, schlechte Reaktion. Starke Beschäftigungsdaten nähren die Sorge, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hoch halten — oder sogar anheben — muss. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sprang auf 4,54 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch in diesem Jahr kletterte laut CME FedWatch auf rund 57 Prozent, von zuvor 50 Prozent.

Jahresperformance bleibt solide

Trotz des turbulenten Wochenendes steht der ETF seit Jahresbeginn mit knapp 10 Prozent im Plus. Über zwölf Monate beträgt das Plus fast 25 Prozent. Noch am 3. Juni hatte der Fonds sein 52-Wochen-Hoch bei 165,24 Euro markiert — der aktuelle Kurs liegt 2,90 Prozent darunter.

Die technischen Indikatoren zeigen keine Panik. Mit einem RSI von 52 befindet sich der ETF in neutralem Terrain. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei 147,27 Euro beträgt noch immer knapp 9 Prozent — ein Puffer, der die jüngste Korrektur in Relation setzt.

Fondsstruktur und nächster Termin

VWCE verwaltet rund 40,6 Milliarden Euro und ist mit einer Gesamtkostenquote von 0,19 Prozent pro Jahr das größte Produkt im Segment der FTSE-All-World-ETFs. Dividenden werden nicht ausgeschüttet, sondern automatisch reinvestiert. Die monatlichen Nettozuflüsse lagen zuletzt bei 2,68 Milliarden Dollar — ein Zeichen anhaltend starker Nachfrage.

Der nächste planmäßige Indextermin steht bereits fest: Am dritten Freitag im Juni führt FTSE seine quartalsweise Überprüfung durch. Dann werden etwaige Änderungen an der Zusammensetzung des All-World-Index wirksam.

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