Vanguard hat sein europäisches Angebot an globalen Aktien-ETFs erweitert. Der Vermögensverwalter brachte drei neue Fonds an den Start: den Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF, den Vanguard FTSE Global Small-Cap UCITS ETF sowie den Vanguard FTSE All-World ex-US UCITS ETF. Die neuen Produkte notieren an der London Stock Exchange, der Deutschen Börse, Euronext Amsterdam, der Borsa Italiana und der SIX Swiss Exchange.
Der Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF deckt große, mittlere und kleine Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern in einem einzigen Fonds ab und kommt auf laufende Kosten von 0,07 Prozent. Der Small-Cap-Ableger investiert gezielt in kleinere Unternehmen weltweit und verlangt 0,22 Prozent.
Der dritte Neuzugang bildet Industrie- und Schwellenländer außerhalb der USA ab und liegt bei 0,12 Prozent Kostenquote. Damit ergänzt Vanguard sein bestehendes Flaggschiff, den FTSE All-World UCITS ETF, der weiterhin auf große und mittlere Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern setzt.
Konkurrenz drückt auf die Gebühren
Die Produktoffensive fällt in eine Phase, in der sich der Wettbewerb um globale Aktien-ETFs verschärft. Sowohl BlackRock als auch die DWS haben in den vergangenen Monaten Konkurrenzprodukte auf denselben Index gestartet, beide mit einer Gesamtkostenquote von 0,12 Prozent.
Auch der 18,6 Milliarden Dollar schwere SPDR MSCI All-Country World UCITS ETF von State Street liegt mit 0,12 Prozent unter dem, was Anleger im Vanguard-Flaggschiff derzeit zahlen.
Vor rund zwei Wochen hatte Vanguard die Kostenquote seines FTSE All-World UCITS ETF bereits von 0,19 auf 0,14 Prozent gesenkt – der Fonds notiert seither rund 1,7 Prozent tiefer. Damit bleibt das Vanguard-Flaggschiff trotz der jüngsten Senkung teurer als mehrere direkte Konkurrenten, was den Anlegerzustrom perspektivisch beeinflussen könnte.
Für Anleger, die auf die Gesamtkosten schauen, wird die Auswahl an globalen Welt-ETFs damit unübersichtlicher, aber auch günstiger. Die neuen Vanguard-Produkte positionieren sich bewusst in unterschiedlichen Nischen – vom breiten All-Cap-Ansatz bis zur reinen Small-Cap-Wette – statt direkt mit dem etablierten Flaggschiff zu konkurrieren.
Zuflüsse bleiben trotz Preisdruck hoch
Ungeachtet des schärferen Wettbewerbs zieht der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF weiterhin kräftig Kapital an. Der Fonds hat im laufenden Jahr über 16 Milliarden Dollar an Nettozuflüssen verzeichnet und gilt laut Vanguard als Europas größter FTSE-All-World-ETF mit einem verwalteten Vermögen von 76,8 Milliarden Dollar.
Medienberichten zufolge sammelte der Fonds seit Jahresbeginn sogar 18,2 Milliarden Dollar ein und zählt damit zu den zuflussstärksten Einzel-ETFs überhaupt. Zum 31. Juli bezifferte Vanguard das Gesamtvermögen der USD-thesaurierenden Anteilsklasse auf 79,55 Milliarden Dollar.
Der Kurs des ETF schloss am Freitag bei 166,22 Euro, ein Plus von 0,6 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht steht ein Minus von 1,8 Prozent zu Buche, während sich der Fonds mit 0,4 Prozent Abstand knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 165,56 Euro hält. Seit Jahresbeginn liegt der Zuwachs bei 14 Prozent.
Die Kombination aus sinkenden Gebühren, robusten Zuflüssen und wachsender Produktvielfalt zeigt, dass Vanguard seine Marktposition im Segment globaler Aktien-ETFs offensiv verteidigt – auch wenn günstigere Konkurrenzprodukte inzwischen niedrigere Kostenquoten bieten als das Flaggschiffprodukt selbst.
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