Startseite » Asien-Märkte » VanEck Semiconductor ETF: 72,99 Prozent seit Jahresbeginn

VanEck Semiconductor ETF: 72,99 Prozent seit Jahresbeginn

Ein chinesisches KI-Modell löst massive Verkäufe bei Halbleiterwerten aus. Der VanEck Semiconductor ETF verliert in einer Woche fast neun Prozent.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Wöchentlicher Verlust von 8,83 Prozent
  • Chinesisches Start-up Moonshot als Auslöser
  • Hedgefonds stoßen Tech-Hardware ab
  • ASML und Samsung liefern nächste Signale

Ein chinesisches KI-Modell hat gereicht, um die Nerven der Chip-Investoren bloßzulegen. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF schloss am Freitag bei 92,15 Euro, ein Minus von 1,01 Prozent an einem einzigen Tag. Die Woche kostete den Fonds fast 8,83 Prozent seines Werts.

Auslöser war der Auftritt des chinesischen Start-ups Moonshot mit einem neuen KI-Modell. Das Unternehmen behauptet, sein System spiele in derselben Liga wie die Angebote von OpenAI und Anthropic. Für ohnehin nervöse Investoren war das genug, um an der Tragfähigkeit der KI-getriebenen Chip-Rally zu zweifeln.

Eine brutale Woche für Halbleiter

Der Ausverkauf traf nicht nur den ETF. Der breite S&P 500 verlor 1,01 Prozent und schloss bei 7.457,69 Punkten, der Nasdaq Composite gab 1,4 Prozent auf 25.520,24 Punkte ab. Auf Wochensicht summierte sich das beim Nasdaq auf ein Minus von 2,9 Prozent.

Zusätzlichen Risikoappetit-Entzug lieferte die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Sie traf besonders KI-nahe Aktien, die ohnehin schon unter Bewertungsdruck standen.

Einzelne Chip-Titel zeigten das Ausmaß der Verkaufswelle deutlich. Applied Materials und LAM Research verloren jeweils rund 5 Prozent, Intel und KLA Corporation büßten mehr als 4 Prozent ein. Arm und Micron gaben je 4 Prozent nach, Nvidia verlor vorbörslich 3 Prozent.

Dritter Wochenverlust in vier Wochen

Was den aktuellen Rückgang von früheren Korrekturen unterscheidet: Es ist bereits der dritte Wochenverlust innerhalb von vier Wochen. Der breitere Philadelphia Semiconductor Index ist im vergangenen Monat um mehr als 13 Prozent gefallen. Investoren stellen zunehmend die Frage, ob Technologiekonzerne ihr aktuelles KI-Investitionstempo überhaupt durchhalten können.

Auch institutionelle Anleger zeigen Zurückhaltung. Daten der Prime-Brokerage-Sparte von Goldman Sachs zeigen: US-Hedgefonds haben vier Wochen in Folge Technologie-Hardware- und Halbleiteraktien abgestoßen. Bei breiten Index- und ETF-Produkten blieben sie hingegen Nettokäufer. Das spricht eher für gezielte Risikoreduzierung als für eine grundsätzliche Abkehr vom KI-Trade.

Die Woche der Wahrheit: Zahlen und Zinssignale

Die kommenden Tage bringen einen dichten Terminplan, der über die weitere Richtung entscheiden könnte:

  • ASML legt Zahlen vor – als Ausrüster liefert das Unternehmen wichtige Hinweise darauf, wie viel TSMC, Samsung und Intel in künftige Kapazitäten investieren.
  • Samsung veröffentlicht seinen vollständigen Quartalsbericht am 30. Juli.
  • Nvidia, AMD und Micron folgen kurz danach mit eigenen Berichten.
  • Der Speicherchip-Markt bleibt ein Unsicherheitsfaktor, nachdem SK Hynix Anfang Juli angekündigt hatte, den Ausbau von HBM4-Kapazitäten zu verlangsamen.

Hinzu kommt ein geldpolitischer Wildcard-Faktor: Der neue Fed-Chef Kevin Warsh sorgte mit einer restriktiveren Tonlage für zusätzlichen Verkaufsdruck bei Tech-Hardware-Werten.

Charttechnik zeigt Abkühlung

Der ETF notiert aktuell 5,26 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 97,27 Euro – ein Zeichen, dass der kurzfristige Aufwärtstrend gebrochen ist. Der RSI von 41,9 deutet darauf hin, dass die Überkaufsituation nach der Korrektur abgebaut wurde. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 60 Prozent zeigt, wie unruhig der Handel im Sektor derzeit verläuft.

Trotz des Rückschlags bleibt der Fonds seit Jahresbeginn mit 72,99 Prozent im Plus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 111,18 Euro, erreicht am 30. Juni, beträgt aktuell 17,12 Prozent.

Zwei Lager, eine offene Rechnung

Die Analystengemeinde ist gespalten. Ein Teil der Marktbeobachter wertet den Ausverkauf als „Mid-Cycle-Reset“ – eine Verschnaufpause statt einer Trendwende. Sie halten an ambitionierten 12-Monats-Kurszielen für Nvidia und Micron fest und verweisen auf starkes Gewinnwachstum sowie attraktive Bewertungen einzelner Titel.

Andere Stimmen sehen mehr dahinter. Für sie signalisiert der Ausverkauf im Juli einen möglichen Regimewechsel darin, wie Investoren KI-Infrastruktur-Aktien überhaupt bewerten – keine bloße Zwischenkorrektur.

Die Zahlen von ASML und Samsung in den kommenden Tagen dürften erste Hinweise liefern, welches Lager näher an der Realität liegt.

Anzeige

VanEck Semiconductor UCITS ETF: Kaufen oder verkaufen?! Neue VanEck Semiconductor UCITS ETF-Analyse vom 20. Juli liefert die Antwort:

Die neusten VanEck Semiconductor UCITS ETF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für VanEck Semiconductor UCITS ETF-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

VanEck Semiconductor UCITS ETF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu VanEck Semiconductor UCITS ETF

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.