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Symbolbild, KI-generiert

VanEck Semiconductor ETF: 11 Prozent Verlust in sieben Tagen

Höhere Zinsen und Zweifel an der Finanzierung von KI-Infrastruktur belasteten den ETF; seit Jahresbeginn liegt er weiterhin 69 Prozent im Plus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • ETF verliert binnen sieben Tagen 11 Prozent
  • CoreWeave-Schulden laut Berichten rund 50 Milliarden Dollar
  • SanDisk gibt am Freitag 6,85 Prozent nach
  • Jahresplus des ETF beträgt weiterhin 69 Prozent

Der VanEck Semiconductor UCITS ETF verzeichnete am gestrigen Freitag einen Rückgang von 2,7 % und beendete damit eine Handelswoche, die für Halbleiteranleger als die verlustreichste seit April 2025 in die Geschichte eingehen dürfte.

Innerhalb der vergangenen sieben Tage verlor das Papier 11 % an Wert. Auslöser für den massiven Ausverkauf sind wachsende Sorgen um die Schuldenlast bei Infrastrukturanbietern für künstliche Intelligenz (KI) sowie ein deutlicher Anstieg der Kapitalmarktzinsen.

Schuldenängste im KI-Sektor belasten Chip-Werte

Der Fokus der Anleger verschob sich zuletzt von den Wachstumschancen hin zur finanziellen Stabilität der Unternehmen, die den Ausbau der KI-Infrastruktur vorantreiben. Besonders der US-Anbieter CoreWeave rückte in das Zentrum der Aufmerksamkeit.

Medienberichten zufolge belaufen sich die Schulden des Unternehmens auf rund 50 Milliarden US-Dollar. Die Kosten für Kreditausfallversicherungen (CDS) stiegen drastisch an, was am Markt als Signal für eine erhebliche Ausfallwahrscheinlichkeit gewertet wurde.

Diese Entwicklung zog den gesamten Sektor nach unten. Einzelwerte im Portfolio des ETF gerieten unter massiven Druck: SanDisk büßte am Freitag 6,85 % ein.

Zwar betonte Nvidia-Chef Jensen Huang, dass die Finanzlage von CoreWeave stabil sei und sich täglich verbessere, doch dies konnte die Nervosität der Marktteilnehmer nicht nachhaltig dämpfen.

Zinshoch und bärische Wetten von Michael Burry

Zusätzliche Belastung kam von den Anleihemärkten. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen kletterte auf rund 5,1 %, was die Finanzierungskosten für kapitalintensive Technologieprojekte verteuert.

Parallel dazu stiegen die Ölpreise aufgrund von Spannungen im Nahen Osten um über 3 %, was die Inflationssorgen und damit die Erwartungen an künftige Zinsschritte der US-Notenbank Fed befeuerte. Laut CME FedWatch-Tool wird für die kommende Sitzung Ende Oktober zwar mit stabilen Zinsen gerechnet, für Dezember wird jedoch eine weitere Erhöhung zunehmend wahrscheinlicher.

In diesem Umfeld sorgt eine prominente Short-Wette für Schlagzeilen: Der bekannte Investor Michael Burry hat laut Berichten von Zhito Finance den Großteil seiner bärischen Positionen auf Put-Optionen gegen den Nasdaq 100 und den VanEck Semiconductor ETF konzentriert. Burry warnt vor einem „blutigen Oktober“ und erwartet, dass der Markt innerhalb der nächsten neun Monate seinen Höchststand überschreiten könnte, bevor ein tieferer Fall droht.

Technischer Ausblick und Marktverfassung

Die jüngste Korrektur hat das technische Bild des ETF deutlich eingetrübt. Das Papier notiert aktuell bei 89,88 Euro und damit rund 19 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende Juni bei 111,18 Euro erreicht wurde. Trotz des aktuellen Rückschlags bleibt die Performance auf Jahressicht beachtlich: Seit Beginn des Jahres verzeichnet der ETF immer noch ein Plus von 69 %.

Analysten der Bespoke Investment Group weisen darauf hin, dass der jüngste Ausverkauf einen Großteil der Erholung seit dem Sommer zunichtegemacht hat. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit einem Wert von 33,8 mittlerweile in der Nähe des überverkauften Bereichs.

Anleger richten ihr Augenmerk nun auf die anstehenden Quartalsberichte und die Investitionspläne der großen Hyperscaler, die als entscheidende Katalysatoren für die weitere Kursentwicklung im Chip-Sektor gelten.

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