Der VanEck Seltene Erden ETF verzeichnete am vergangenen Freitag einen deutlichen Kurssprung von 7,1 Prozent und schloss bei 13,68 Euro. Ausgelöst wurde diese Dynamik durch eine verstärkte Umschichtung von Kapital in Sachwerte und physische Rohstoffe.
Hintergrund dieser Marktrotation ist die Sorge um die US-Staatsverschuldung, die Medienberichten zufolge die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten hat, was die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen zeitweise auf 5.19 Prozent trieb.
Durch den jüngsten Kursanstieg notiert der ETF nun 0,2 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage, was charttechnisch als Stabilisierung gewertet wird.
Preisanstieg in China und neue Exportbeschränkungen
Ein wesentlicher Treiber für die positive Entwicklung im Sektor der strategischen Metalle sind steigende Preise auf dem chinesischen Inlandsmarkt. Am vergangenen Freitag legten die Notierungen für Praseodym-Neodym-Oxid um 8.000 Yuan pro Tonne zu, während Terbiumoxid sogar einen Preisanstieg von 30.000 Yuan pro Tonne verzeichnete. Marktbeobachter führen dies auf umfangreiche Beschaffungsmaßnahmen großer Fabriken und ein knapperes Angebot an günstigem Spot-Material zurück.
Parallel dazu verschärfen die USA ihre Bemühungen um die Sicherung heimischer Lieferketten. Das US-Handelsministerium setzte am Donnerstag Exportbeschränkungen für industrielle Abfallströme in Kraft, die rückgewinnbare kritische Mineralien enthalten.
Ziel dieser Maßnahme ist es, den Abfluss strategischer Materialien zu verhindern, die für die heimische Magnetherstellung unverzichtbar sind. Unterstützt wird dieser Kurs durch die präsidiale Anordnung „Unleashing American Energy“, die der Sicherheit der Rohstoffversorgung Priorität einräumt.
Strategische Investitionen und Portfolio-Struktur
In den vergangenen Tagen rückten zudem wichtige Akteure innerhalb des ETF-Portfolios in den Fokus. Das Unternehmen USA Rare Earth verzeichnete am vergangenen Freitag ein Kursplus von über 13 Prozent, nachdem die staatliche Unterstützung für kritische Mineralien ausgeweitet wurde.
Bereits am Mittwoch hatte das US-Energieministerium Fördergelder in Höhe von insgesamt 162 Millionen US-Dollar für neun Projekte angekündigt, darunter Vorhaben von Alcoa und DISA Technologies, die sich mit der Rückgewinnung von Seltenen Erden und Kupfer befassen.
Auch international verstärkt sich der Wettbewerb um Abbaugebiete außerhalb Chinas. Wie die Washington Post berichtete, schloss eine von den USA unterstützte Investmentfirma am Donnerstag die Übernahme von Serra Verde ab, dem einzigen kommerziellen Produzenten Seltener Erden in Brasilien. Zeitgleich sammelte Viridis Rare Earths 120 Millionen US-Dollar ein, um die Entwicklung eines Ionen-Ton-Projekts voranzutreiben.
Der VanEck Seltene Erden ETF spiegelt diese breite Marktabdeckung wider. Zu den fünf größten Positionen des Fonds zählten am 12. August die Unternehmen Albemarle mit einer Gewichtung von 7,59 Prozent, gefolgt von Pilbara Minerals (7,43 Prozent) und Lynas Rare Earths (7,14 Prozent).
Ebenfalls stark vertreten sind China Northern Rare Earth sowie MP Materials, wobei letzteres Unternehmen vor rund zwei Wochen einen Umsatzsprung von 89 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal vermeldete. Die Kombination aus staatlichen Förderprogrammen und anziehenden Rohstoffpreisen stützte den Sektor zuletzt spürbar.
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