Die US-Regierung verstärkt ihre Bemühungen um Unabhängigkeit bei kritischen Rohstoffen massiv. Präsident Trump kündigte heute Investitionen in Höhe von insgesamt 3 Milliarden US-Dollar an, um die heimische Lieferkette für Seltene Erden und Batteriematerialien zu stärken. Ziel sei es, die USA zu einer „Mineralien-Supermacht“ zu formen und die Abhängigkeit von chinesischen Importen, insbesondere bei der Versorgung des Militärs, drastisch zu reduzieren.
Trump plant Aufbau einer strategischen Rohstoffreserve
Ein zentraler Baustein der neuen Strategie ist das sogenannte „Project Vault“. Hierbei handelt es sich um den Aufbau einer strategischen Reserve für kritische Rohstoffe im Wert von 12 Milliarden US-Dollar. Im Rahmen der heute vorgestellten Fördermaßnahmen erhält das Unternehmen Sila Nanotechnologies ein Darlehen über 1,4 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung von Silizium-Anoden. Zudem fließen Mittel an Sunrise Energy Metals und Niron Magnetics, um die Produktion von Scandium und magnetischen Werkstoffen ohne Seltene Erden zu fördern.
Parallel dazu investiert das Pentagon rund 400 Millionen US-Dollar in das Syerston-Projekt von Sunrise Energy Metals in Australien. Dies stellt das weltweit erste Projekt für eine primäre Scandium-Mine dar. Lockheed Martin hat bereits zugesagt, über einen Zeitraum von fünf Jahren bis zu 15 Tonnen Scandiumoxid aus dieser Produktion abzunehmen. Die USA haben seit 1969 kein eigenes Scandium mehr abgebaut und sind derzeit fast vollständig auf ausländische Verarbeiter angewiesen.
MP Materials steigert Produktion deutlich
Auch auf Unternehmensebene gibt es positive Signale aus dem Sektor. Der Branchenriese MP Materials legte heute seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Das Unternehmen steigerte die Produktion von Neodym-Praseodym (NdPr) um 41 Prozent auf 840 Tonnen. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich auf 108,5 Millionen US-Dollar. Für das vierte Quartal stellt das Management zudem die ersten kommerziellen Lieferungen von fertigen Magneten in Aussicht.
Diese operativen Fortschritte und die politische Unterstützung spiegelten sich zuletzt in der Marktentwicklung wider. Der VanEck Seltene Erden ETF legte am Freitag um 3,51 Prozent zu und schloss bei 13,04 Euro. Trotz der jüngsten Erholung notiert der Wert jedoch weiterhin mit einem Abstand von 30,48 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im Mai bei 18,76 Euro markiert wurde.
Konsolidierung und Exportbeschränkungen im Sektor
Die Branche befindet sich zudem in einer Phase der Konsolidierung. Gestern schloss das Unternehmen USA Rare Earth die Übernahme von Texas Mineral Resources ab. Durch den Aktientausch entsteht ein integrierter Akteur im Bereich der heimischen Seltenerd-Gewinnung. Gleichzeitig verschärfen die USA den regulatorischen Druck auf den Handel mit strategischen Metallen. Ab dem 27. August tritt ein Exportverbot für Wolfram-Schrott und sogenannte Black Mass, ein Vorprodukt aus dem Batterierecycling, in Kraft.
Analysten der Citigroup verweisen zudem auf die angespannte Lage am Kupfermarkt, wo die Preise zuletzt historische Höchststände von über 14.000 US-Dollar pro Tonne erreichten. Die Experten von Jefferies erwarten unterdessen für das laufende Quartal Preissteigerungen bei Speicherchips von rund 50 Prozent, was die Nachfrage nach spezifischen Metallen für die KI-Infrastruktur weiter antreiben dürfte. Medienberichten zufolge nutzten institutionelle Investoren die Kursrücksetzer der vergangenen Monate für Zukäufe; so erwarb Green Ridge Wealth Planning im zweiten Quartal über 14.000 Anteile des VanEck Seltene Erden ETF.
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