China hat heute signalisiert, Exportlizenzen für Seltene Erden nach Europa auch über Januar hinaus weiter zu erteilen – unabhängig davon, ob das Handelsabkommen mit den USA verlängert wird. Laut CNBC gilt diese Zusage zusätzlich zu dem bereits bestehenden „grünen Kanal“, den China und die EU vor rund einem Monat für Seltene Erden und Permanentmagnete vereinbart hatten.
Die Erleichterung betrifft ausschließlich das Lizenzverfahren, die grundsätzlichen chinesischen Exportkontrollen bleiben bestehen. Für Anleger im VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) ist das eine zwiespältige Nachricht: Ein stabilerer Lieferkanal nach Europa senkt kurzfristig das Risiko abrupter Lieferausfälle, verändert aber nichts an der strukturellen Kontrolle Pekings über den Markt.
Exportzahlen zeigen uneinheitliches Bild
Die aktuellen Außenhandelsdaten unterstreichen diese Ambivalenz. Reuters berichtete gestern unter Berufung auf chinesische Zolldaten, dass die Seltene-Erden-Exporte im September um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 4.269,8 Tonnen gestiegen sind.
Über die ersten neun Monate des Jahres gerechnet liegen die Ausfuhren mit 43.711 Tonnen aber noch 9,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der September-Anstieg deutet auf eine gewisse Normalisierung hin, kompensiert den Rückgang der Vormonate aber nicht.
Der Markt reagiert darauf bislang skeptisch. Die Anteile des ETF notieren aktuell bei 9,64 Euro und damit 1,8 Prozent niedriger als am Vortag – ein Kursverlauf, der sich nahtlos in die schwache Entwicklung der vergangenen Wochen einfügt. Positive politische Signale aus Peking und Brüssel haben die Verkaufsdynamik bislang nicht gebrochen.
Politische Entspannung trifft auf Marktmisstrauen
Die Kombination aus Lizenz-Zusagen, dem EU-China-„grünen Kanal“ und moderat steigenden Monatsexporten liefert eigentlich Argumente für eine Stabilisierung der Lieferketten. Dass der Fonds dennoch nahe seinem 52-Wochen-Tief von 9,41 Euro verharrt, zeigt: Anleger bewerten derzeit stärker die langfristige Unsicherheit über Chinas Exportkontrollregime als einzelne entspannende Signale.
Für den ETF, der die Wertentwicklung von Unternehmen entlang der Lieferkette Seltener Erden abbildet, bedeutet das: Solange Peking die grundsätzliche Kontrollhoheit über Exportlizenzen behält, bleibt das politische Risiko ein ständiger Belastungsfaktor – selbst wenn einzelne Ankündigungen kurzfristig Entlastung suggerieren.
Die Entwicklung der Exportvolumina in den kommenden Monaten dürfte zeigen, ob die September-Erholung ein Wendepunkt war oder nur eine vorübergehende Schwankung innerhalb eines insgesamt rückläufigen Jahres.
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