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VanEck Seltene Erden ETF: 26,37-Prozent-Sturz in 30 Tagen

Trotz milliardenschwerer US-Initiativen und globaler Projekte verliert der VanEck Seltene Erden ETF binnen 30 Tagen deutlich an Wert und gilt als stark überverkauft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • ETF verliert 26 Prozent in 30 Tagen
  • USA und China verschärfen Rohstoffkonflikt
  • US-Regierung startet 12-Milliarden-Dollar-Projekt Vault
  • Energy Fuels baut White Mesa Mill aus

Selten fielen wirtschaftliche Bedeutung eines Rohstoffsektors und Kursschwäche des dazugehörigen Fonds so weit auseinander wie aktuell beim VanEck Seltene Erden ETF. Während Washington und Peking in dieser Woche mit Hochdruck um die Kontrolle über kritische Mineralien ringen und Milliardensummen in neue Lieferketten fließen, ist der Fonds am gestrigen Donnerstag mit 11,10 Euro aus dem Handel gegangen und hat allein in den vergangenen 30 Tagen 26,37 Prozent verloren.

Washington und Peking ringen um Seltene Erden

Die Spannungen zwischen den USA und China um Seltene Erden erreichten diese Woche einen neuen Höhepunkt. US-Finanzminister Scott Bessent und Handelsbeauftragter Jamieson Greer führten am Donnerstag ein Videogespräch mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng, um Peking an seine Zusagen aus dem Handelsrahmen von Kuala Lumpur vom Oktober 2025 zu erinnern. Laut Reuters unterzeichnete Präsident Trump zudem am Donnerstag eine Anordnung, die dem Handelsministerium erlaubt, den Export von kritische Mineralien enthaltendem Elektroschrott zu blockieren – betroffen sind unter anderem Wolfram und Lithium. Verteidigungsunternehmen müssen laut dem Bericht ab Januar 2027 den Bezug von Mineralien aus China einstellen.

Parallel dazu fand in Washington eine Ministerkonferenz zu kritischen Rohstoffen mit Vertretern aus mehr als 50 Ländern statt. Al Jazeera berichtete, Trump habe dabei „Project Vault“ angekündigt, ein Vorratslager im Volumen von 12 Milliarden Dollar, davon 10 Milliarden Dollar über ein Darlehen der US-Exportbank. Nach Angaben desselben Mediums kontrolliert China weiterhin 60 Prozent der weltweiten Seltene-Erden-Vorkommen und verarbeitet rund 90 Prozent der globalen Produktion. Ein für September geplanter Besuch von Xi Jinping in den USA soll dem Vernehmen nach weitere Fortschritte bringen, nachdem China zuvor zugesagt hatte, die Rohstoffversorgung zu adressieren und bis 2028 US-Agrarprodukte im Wert von mindestens 17 Milliarden Dollar abzunehmen.

Neue Kapazitäten in den USA nehmen Form an

Auf der industriellen Seite treibt Energy Fuels den Ausbau der White Mesa Mill in Utah voran. Nach einem Bericht der Deseret News handelt es sich um eine von nur drei Anlagen in den USA, die schwere Seltene Erden kommerziell verarbeiten können. Das Werk soll bis Juli 2027 betriebsbereit sein und wird über ein bedingtes Darlehen des US-Kriegsministeriums in Höhe von 725 Millionen Dollar mitfinanziert. Die Erweiterung zielt auf eine Jahreskapazität von 120 Tonnen Dysprosium und 20 Tonnen Terbium, ergänzt um Samarium, Gadolinium und Europium bis Ende 2028.

Auch abseits der USA bewegt sich einiges: In Namibia haben die japanische JOGMEC und Toyota Tsusho ein Gemeinschaftsunternehmen für das Lofdal-Projekt für schwere Seltene Erden gegründet, Japan investiert dabei bis zu 47,7 Millionen kanadische Dollar nicht-verwässernd. In Kanadas Nordwest-Territorien meldete Vital Metals neue Bohrergebnisse an der Lagerstätte Nechalacho, während Volta Metals in Ontario seine Beteiligung am Springer-Projekt für Seltene Erden und Gallium komplettierte. Diese Fülle an Projektfortschritten zeigt, dass Kapital und politischer Wille in den Sektor fließen – auch wenn sich das bislang nicht in steigenden Fondskursen niederschlägt.

Technisches Bild zeigt starke Überverkauftheit

Die Kursentwicklung des ETFs spiegelt diese Diskrepanz deutlich wider. Mit einem RSI von 21,9 auf 14-Tage-Basis gilt das Papier als stark überverkauft, ein Wert deutlich unterhalb der üblichen Schwelle von 30. Zugleich notiert der Fonds gut 40 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das er im Mai bei 18,76 Euro erreicht hatte. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 33,38 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Rücksetzer eher eine Korrektur nach einer kräftigen Rally als ein struktureller Trendbruch sein könnte.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Die politische Dynamik rund um Seltene Erden nimmt spürbar zu, von Handelsverhandlungen über Exportkontrollen bis zu milliardenschweren Förderprogrammen. Ob sich dieser Rückenwind zeitnah in der Kursentwicklung des Fonds niederschlägt, hängt maßgeblich davon ab, wie belastbar die Zusagen aus dem Gespräch zwischen Bessent, Greer und He Lifeng am Ende tatsächlich sind.

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Diskussion zu VanEck Seltene Erden ETF

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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