Der VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) markiert am heutigen Dienstag mit 10,04 Euro ein neues 52-Wochen-Tief und verliert auf Tagessicht 2,2 Prozent. Ein unternehmensspezifischer Auslöser für den Rücksetzer ist nicht erkennbar – vielmehr steht der Fonds im Sog eines breiteren Ausverkaufs bei Seltene-Erden-Aktien.
Sektorweite Schwäche ohne klaren Einzelgrund
Medienberichten zufolge gerieten Seltene-Erden- und Kritische-Rohstoffe-Aktien in den vergangenen Tagen gruppenweise unter Druck. Auch das separate, in den USA notierte Schwesterprodukt REMX von VanEck gab zuletzt deutlich nach, nachdem Werte aus dem Sektor breit verkauft wurden.
Berichten zufolge handelte es sich dabei um eine auf die Branche konzentrierte Bewegung, nicht um einen marktweiten Abverkauf. Eine konkrete Nachricht, die diese Entwicklung erklärt, lässt sich derzeit nicht festmachen.
Auf der Rohstoffseite selbst zeichnet sich kein einheitliches Bild ab. Preisberichte aus dem Handel mit Seltenen Erden verzeichneten zuletzt eine Divergenz: Oxid und Legierung von Praseodym-Neodym legten zu, während Terbium schwächer tendierte. Eine solche gemischte Preisentwicklung liefert keine schlüssige Erklärung für die einheitliche Abwärtsbewegung bei den börsennotierten Produzenten und entsprechend auch nicht für den ETF.
Kurs nun bereits deutlich unter den gleitenden Durchschnitten
Der aktuelle Kursstand liegt mit 18 Prozent Abstand unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 12,27 Euro – ein Hinweis darauf, wie stark sich der mittelfristige Trend bereits eingetrübt hat. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch, das der Fonds im Mai erreicht hatte, klafft inzwischen eine Lücke von 46 Prozent. Die Abwärtsdynamik der vergangenen Wochen hat damit ein Niveau erreicht, das den Fonds deutlich unter seine mittel- und langfristigen Trendlinien drückt.
Politischer Hintergrund bleibt im Blick
Ein Stück weit relativiert wird das Bild durch die vor gut drei Wochen bekanntgewordene Einigung zwischen der Europäischen Union und China. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič hatte seinerzeit erklärt, das vorläufige Handelsabkommen enthalte Maßnahmen zur Stabilisierung der Lieferketten bei Seltenen Erden.
Seither hat sich der Kurs des Fonds allerdings nicht stabilisiert, sondern weiter abgewertet – ein Indiz dafür, dass kurzfristige Angebots- und Nachfragesorgen am Markt derzeit schwerer wiegen als langfristige Lieferketten-Zusagen auf politischer Ebene.
Für Anleger bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Einerseits untermauern die diplomatischen Fortschritte zwischen Brüssel und Peking die strategische Bedeutung der Branche, andererseits drückt der aktuelle Abverkauf bei den Produzentenaktien die Kurse ungeachtet dieser langfristigen Perspektive weiter nach unten. Eine Stabilisierung ist aus den vorliegenden Daten bislang nicht ablesbar.
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