Ein neuer Fonds rückt oft das Original ins Rampenlicht. Mit dem Handelsstart des VanEck Morningstar Developed Markets ex-US Dividend Leaders (TDVX) an der Londoner Börse passiert genau das. Die Erweiterung lenkt den Blick auf die ungewöhnliche Struktur des milliardenschweren Schwesterfonds TDIV.
Historische Wurzeln in den Niederlanden
Der TDIV verwaltet aktuell rund 7,4 Milliarden Euro. Seit seinem Start im Jahr 2016 hat der ETF sein Domizil in den Niederlanden behalten. VanEck-Produktmanager Dmitrii Ponomarev erklärt dies mit der damaligen Entwicklungsphase des europäischen ETF-Marktes. Für lokale Anleger bot der niederländische Standort den Vorteil, Quellensteuern teilweise zurückzufordern.
Um Verwirrung zu vermeiden, verzichtete der Emittent auf eine exakte irische Kopie des Flaggschiffs. Der neue TDVX schließt nun die Lücke im Ex-US-Bereich. Er nutzt das irische Domizil, was für viele internationale Wertpapiere steuerliche Vorteile bei den Ertragsquellen bringt.
Qualität vor reiner Rendite
Beide Fonds folgen der gleichen strengen Methodik. Der zugrundeliegende Morningstar-Index wählt nicht einfach die Unternehmen mit der höchsten Ausschüttung. Die Rendite muss auf einem soliden Fundament stehen und darf nicht das Resultat abgestürzter Aktienkurse sein.
Kandidaten müssen im vergangenen Jahr eine Dividende gezahlt haben. Parallel dazu darf die Ausschüttung nicht unter das Niveau von vor fünf Jahren gefallen sein. Die Payout-Ratio ist auf maximal 75 Prozent begrenzt. Erst nach diesem Filter wählt der Index die 100 stärksten Titel aus.
Starke Zuflüsse und solider Kursverlauf
Diese defensive Qualitätsstrategie trifft den aktuellen Nerv des Marktes. Im ersten Quartal 2026 flossen US-Dividendenfonds laut LSEG Lipper-Daten rund 24 Milliarden Dollar zu. Das markiert den stärksten Jahresauftakt seit vier Jahren. Zuvor hatten diese Strategien drei Jahre in Folge Abflüsse verzeichnet.
Der TDIV profitiert spürbar von diesem Rückenwind. Die Papiere notieren aktuell bei 52,33 Euro und damit in direkter Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von gut acht Prozent auf der Anzeigetafel.
Für einkommensorientierte Investoren bleibt die vierteljährliche Ausschüttung das zentrale Argument. Im vergangenen Jahr schüttete der Fonds insgesamt 1,98 US-Dollar je Anteil aus. Die nächste reguläre Dividende steht im Juni an.
