Der Juni war für den VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF (TDIV) ungewöhnlich arbeitsreich. Halbjährliches Rebalancing, eine Pflichtkürzung bei der größten Position und eine Quartalsausschüttung fielen zusammen. Jetzt liegt das Ergebnis vor — und das Portfolio sieht anders aus als zuvor.
Exxon Mobil zu groß geworden
Exxon Mobil hatte sich auf 5,69 Prozent des Fondsvermögens aufgebläht. Das verstößt gegen die Indexregel, die jede Einzelposition auf 5 Prozent deckelt. Der Überschuss wurde verkauft, die Erlöse flossen in andere Dividendentitel.
Nach dem Schnitt hält TDIV Exxon Mobil noch mit 5,57 Prozent. Dahinter folgen Verizon Communications mit 4,49 Prozent, Pfizer mit 3,63 Prozent, Roche mit 3,51 Prozent und Nestlé mit 3,48 Prozent. Shell, TotalEnergies, PepsiCo, Novo Nordisk und Allianz komplettieren die Top Ten.
Die Indexmethodik ist klar: Ein Unternehmen muss in den vergangenen zwölf Monaten eine Dividende gezahlt haben, die Ausschüttung je Aktie über fünf Jahre gehalten oder gesteigert haben und eine Forward-Ausschüttungsquote unter 75 Prozent aufweisen. Aus diesem Universum wählt der Index die 100 Titel mit der höchsten Dividendenrendite. Das nächste Rebalancing folgt im Dezember.
Finanzwerte und Energie dominieren
Financials machen 31 Prozent des Portfolios aus, Energie 20 Prozent. Das passt zum aktuellen Umfeld: Die EZB hält den Einlagensatz bei 2,0 Prozent, die Inflation in der Eurozone liegt bei 3,0 Prozent — historisch ein günstiges Terrain für genau diese beiden Sektoren. Healthcare folgt mit 15,28 Prozent, defensive Konsumgüter mit 10,77 Prozent.
Geografisch führen die USA mit 23,9 Prozent, vor Großbritannien mit 11,4 Prozent, Frankreich mit 10,1 Prozent und der Schweiz mit 9,5 Prozent.
Ausschüttung und Rendite
Am 10. Juni zahlte TDIV 0,81 Euro je Anteil aus — die höchste der vier jährlichen Ausschüttungen. In den vergangenen zwölf Monaten summierte sich die Ausschüttung auf 1,65 Euro. Für die nächsten zwölf Monate erwartet der Markt denselben Betrag, was einer Dividendenrendite von rund 3,13 Prozent entspricht. Das durchschnittliche Ausschüttungswachstum der vergangenen drei Jahre lag bei 16,89 Prozent jährlich.
Der Kurs steht aktuell bei 52,20 Euro, ein Plus von 0,21 Prozent auf Tagesbasis. Seit Jahresbeginn hat TDIV knapp 8 Prozent zugelegt, über zwölf Monate sind es 23 Prozent.
Kosten und Performance im Vergleich
TDIV kostet 0,38 Prozent Gesamtkostenquote pro Jahr. Der Median der Morningstar-Kategorie „EAA Fund Global Equity Income“ liegt bei 1,06 Prozent — TDIV gehört damit zum günstigsten Fünftel. Der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF ist mit 0,29 Prozent etwas billiger, der iShares STOXX Global Select Dividend 100 ETF mit 0,46 Prozent teurer.
Bei der Rendite liegt TDIV solide im Feld. Über die zwölf Monate bis Mai 2026 erzielte der Fonds 24,5 Prozent. Nur der Xtrackers STOXX Global Select Dividend 100 Swap ETF war mit 30,4 Prozent besser. Über fünf Jahre lieferte TDIV annualisiert 17,9 Prozent — der Kategorieindex kam auf 15,4 Prozent, der Peer-Group-Durchschnitt auf 8,3 Prozent. Morningstar bewertet den ETF mit fünf Sternen.
Schwesterprodukt und Zuflüsse
Im April 2026 startete VanEck den TDVX, einen Ableger ohne US-Aktien mit thesaurierender Anteilsklasse. Der Grund für ein separates Vehikel: TDIV ist in den Niederlanden domiziliert, was niederländischen Anlegern steuerliche Vorteile bei der Quellensteuer sichert, aber eine Umstellung auf thesaurierende Anteile verhindert. TDVX ist deshalb in Irland aufgelegt — beide Fonds kosten 0,38 Prozent.
Die Nachfrage nach Dividendenstrategien bleibt stark. Globale Dividendenfonds zogen im ersten Quartal 2026 insgesamt 24 Milliarden Dollar an. TDIV allein sammelte 2,1 Milliarden Euro ein und war damit der meistgekaufte europäische Dividenden-ETF des Quartals. Ein struktureller Treiber dahinter: Technologiekonzerne lenken Kapital in KI-Investitionen statt in Aktienrückkäufe — das treibt renditeorientierte Anleger in verlässlichere Ausschütter.
Hinzu kommt eine neue Handelsverbesserung: Die Börse Düsseldorf hat TDIV zum „ETF des Monats“ ernannt. ICF Bank garantiert als Designated Sponsor täglich zwischen 9 und 17:30 Uhr engere Geld-Brief-Spannen als auf Xetra.
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