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Valneva Aktie: Pfizer plant Zulassungsantrag für VLA15

Goldman Sachs stuft Valneva auf Verkaufen herab, während Jefferies auf Kauflaune bleibt. Der Aktienkurs notiert nahe dem Jahrestief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldman senkt Rating auf Verkaufen
  • Jefferies hält an Kaufempfehlung fest
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief
  • Umsatz- und Gewinnrückgang belasten

Zwei Banken, zwei Welten: Goldman Sachs sieht die Valneva-Aktie bei 2,15 Euro fair bewertet, Jefferies traut ihr 15 Dollar zu. Zwischen diesen Extremen steckt eine Aktie, die seit Wochen neue Tiefstände markiert und Anleger vor eine schwierige Frage stellt.

Goldman kippt, Jefferies bleibt hart

Goldman Sachs hat den französischen Impfstoffhersteller diese Woche von „Neutral“ auf „Sell“ herabgestuft. Das Kursziel sinkt von 3,25 auf 2,15 Euro — fast exakt der Schlusskurs vom Freitag. Die Bank verweist auf eine Serie von Rückschlägen: den Rückzug des Chikungunya-Impfstoffs Ixchiq vom US-Markt und einen verfehlten sekundären Endpunkt in der Phase-III-Studie zum Lyme-Impfstoff.

Jefferies sieht das anders. Die Bank bestätigt ihr „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 15 Dollar. Die Wirksamkeitsdaten des Lyme-Impfstoffkandidaten reichten für eine Zulassungseinreichung, so die Begründung. Beide Banken blicken auf dieselben Daten — und kommen zu gegensätzlichen Schlüssen.

Kurs nahe am Jahrestief

Valneva schloss am Freitag bei 2,22 Euro, ein Minus von 2,97 Prozent an einem Tag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 4,02 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 42,18 Prozent. Damit liegt die Aktie nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 2,13 Euro von Anfang Mai.

Vom Hoch bei 5,16 Euro aus dem August 2025 trennen die Aktie mittlerweile 57 Prozent. Sie notiert deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 2,39 Euro und ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 3,48 Euro. Der RSI von 37,9 zeigt anhaltenden Verkaufsdruck, aber noch keine Überverkauft-Situation.

Das operative Geschäft schwächelt

Die Skepsis der Bären speist sich vor allem aus den Zahlen. Der Umsatz fiel auf 30,9 Millionen Euro, der Nettoverlust weitete sich auf 32,1 Millionen Euro aus. Alle drei Kernprodukte — IXIARO, DUKORAL und IXCHIQ — verkauften sich schlechter als im Vorjahr.

Das Management reagierte mit einer Prognosesenkung. Für 2026 erwartet Valneva nun einen Produktumsatz von 135 bis 150 Millionen Euro und einen Gesamtumsatz von 145 bis 160 Millionen Euro. Parallel dazu greift ein hartes Sparprogramm: Bis zu 15 Prozent der Belegschaft sollen das Unternehmen verlassen, die Betriebskosten sinken um 25 bis 35 Prozent.

Zusätzlichen Druck bringt ein technischer Faktor. Am 2. Juli bestätigte Valneva in einer Pflichtmitteilung das Ende der Lock-up-Frist für Aktien, die im April ausgegeben wurden. Damit könnten mehr Aktien in den Markt drängen — ein Belastungsfaktor für den ohnehin schwachen Kurs.

Die Pipeline entscheidet

Trotz der schwachen Geschäftszahlen sind sich Bullen und Bären in einem Punkt einig: Die Zukunft der Aktie hängt an der klinischen Pipeline, nicht am laufenden Geschäft. Der gemeinsam mit Pfizer entwickelte Lyme-Impfstoffkandidat VLA15 zeigte starke Phase-III-Daten ohne Sicherheitsbedenken. Pfizer kündigte an, noch in diesem Jahr einen Zulassungsantrag einzureichen.

Der Shigella-Impfstoffkandidat S4V2 aus der mittleren Entwicklungsphase soll 2026 erste Daten liefern. Beide Katalysatoren haben kein festes Datum. Bis konkrete regulatorische Schritte erfolgen, bleibt der Kurs damit vor allem der Stimmung und den technischen Marken ausgeliefert.

Valneva steht damit zwischen zwei Realitäten: einem schrumpfenden Kerngeschäft und einer Pipeline mit echtem Potenzial. Die nächsten Monate dürften zeigen, ob Pfizers Zulassungsantrag für VLA15 tatsächlich kommt — und welche der beiden Analysten-Einschätzungen näher an der Realität liegt.

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Diskussion zu Valneva

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.