Valneva rutscht immer tiefer. Die Aktie des französischen Impfstoffherstellers fiel am Freitag zeitweise auf 2,12 Euro – ein neues 52-Wochen-Tief. Zum Handelsschluss stand ein Minus von 2,94 Prozent auf 2,15 Euro zu Buche.
Seit Jahresbeginn hat das Papier damit 42,28 Prozent seines Werts verloren. Verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 5,16 Euro im August 2025 hat sich der Kurs mehr als halbiert.
Ein Rückschlag mit langem Nachhall
Der Auslöser der Talfahrt liegt bereits Monate zurück. Im Januar 2026 zog Valneva die Zulassungsanträge für seinen Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ in den USA freiwillig zurück.
Vorausgegangen war eine Aussetzung der Lizenz durch die US-Arzneimittelbehörde FDA im August 2025. Die Behörde hatte zudem den klinischen Status des Impfstoffs auf Eis gelegt. Grund war ein neu gemeldeter schwerer Nebenwirkungsfall im Ausland.
Außerhalb der USA bleibt IXCHIQ zugelassen. Valneva steht dazu weiter im Austausch mit Gesundheitsbehörden in Europa, Kanada, Großbritannien und Brasilien.
Short-Seller mischen mit
Zum Kursdruck kommt eine weitere Belastung hinzu: Bearishe Wetten gegen die Aktie. Im April 2026 meldete der Hedgefonds D.E. Shaw über eine AMF-Pflichtmitteilung eine Netto-Shortposition von 0,69 Prozent an Valneva-Aktien.
Der Fonds gehörte laut verfügbaren AMF-Daten bis Mitte 2026 zu einer kleinen Gruppe von Adressen, die weiterhin auf fallende Kurse setzten. Das nährt den Verdacht, dass professionelle Anleger der Erholung des Papiers weiterhin skeptisch gegenüberstehen.
Charttechnik zeigt anhaltende Schwäche
Der 14-Tage-RSI liegt bei 35,2 – die Aktie gilt damit als überverkauft. Eine klare Trendwende hat das bislang aber nicht ausgelöst.
Die Handelsspanne bleibt eng: Der aktuelle Kurs liegt nur 1,32 Prozent über dem frischen Jahrestief. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 26,94 Prozent signalisiert, dass Anleger weiterhin unsicher sind, wohin sich das Papier als Nächstes bewegt.
Valneva bringt bei diesem Kursniveau noch eine Marktkapitalisierung von rund 441 Millionen Euro auf die Waage.
Im August steht der nächste Termin an: Valneva legt die Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Dann dürfte auch die Entwicklung des mit Pfizer entwickelten Lyme-Borreliose-Impfstoffkandidaten zur Sprache kommen – für Beobachter der wichtigste Hoffnungsträger nach einem schwierigen ersten Halbjahr.
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