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Valneva Aktie: EMA validiert PF-07307405, Nettoverlust 63,3 Millionen

Valneva verzeichnet wachsenden Nettoverlust, während die EMA-Prüfung des Pfizer-Partners Lyme-Impfstoffs voranschreitet. Analysten zeigen sich zuversichtlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • EMA validiert Zulassungsantrag für Lyme-Impfstoff
  • Nettoverlust steigt auf 63,3 Millionen Euro
  • Jahresprognose für Produktumsätze bleibt bestätigt
  • Analysten starten mit Kaufempfehlung für Aktie

Valneva hat einen ereignisreichen Monat hinter sich. Die Aktie legte in der vergangenen Woche 21 Prozent zu, nachdem die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die Zulassungsunterlagen für den gemeinsam mit Pfizer entwickelten Lyme-Impfstoffkandidaten PF-07307405 validiert hatte. Damit beginnt die formale Prüfung des sechsvalenten Impfstoffkandidaten auf Basis des Oberflächenproteins OspA.

Halbjahreszahlen zeigen tiefrote Zahlen

Parallel zur regulatorischen Nachricht legte Valneva am Mittwoch vergangener Woche seine Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vor. Der Nettoverlust wuchs auf 63,3 Millionen Euro, nach 20,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Das Unternehmen begründet den Anstieg mit geringeren Bruttomargen infolge niedrigerer Verkaufs- und Produktionsvolumina sowie Einmaleffekten, darunter Kosten im Zusammenhang mit der Beendigung eines Vertrags zum Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ und Abschreibungen auf Lagerbestände.

Die Produktumsätze lagen mit 64,0 Millionen Euro im Rahmen der Erwartungen. Valneva bestätigte die Jahresprognose von 135 bis 150 Millionen Euro bei den Produktumsätzen und 145 bis 160 Millionen Euro bei den Gesamterlösen, trotz eines nach eigenen Angaben belastenden geopolitischen Umfelds für das Reisegeschäft.

Die Kassenposition verbesserte sich zum 30. Juni 2026 auf 121,5 Millionen Euro, verglichen mit 109,7 Millionen Euro Ende 2025. Zu dieser Verbesserung trugen ein Restrukturierungsprogramm mit deutlichem Stellenabbau, eine Neupriorisierung der Forschungsaktivitäten sowie Bruttoerlöse von 37 Millionen Euro aus einer im zweiten Quartal 2026 abgeschlossenen Kapitalmaßnahme bei.

Im Zuge der Restrukturierung vereinbarte Valneva zudem den Verkauf seines Standorts in Nantes für 6,2 Millionen Euro an die Nantes Métropole; der Abschluss der Transaktion wird für September 2026 erwartet.

Der Lyme-Impfstoff als zentraler Werttreiber

Die eigentliche Kursfantasie speist sich aus dem Fortschritt des Lyme-Impfstoffprogramms. Im März 2026 hatten Valneva und Pfizer positive Topline-Ergebnisse aus der Phase-3-Studie VALOR präsentiert, die den Impfstoffkandidaten LB6V6 untersuchte.

Seither stimmt sich Pfizer nach Unternehmensangaben mit Regulierungsbehörden über mögliche Zulassungswege ab und äußert sich optimistisch zu den Genehmigungsaussichten.

Regulatorische Entscheidungen werden laut Unternehmensangaben innerhalb der kommenden zwölf Monate erwartet. Die Validierung der Zulassungsunterlagen durch die EMA markiert dabei einen ersten formalen Schritt, dem nun die inhaltliche Prüfung folgt.

Neben dem Lyme-Programm verweist Valneva auf Fortschritte bei anderen Projekten. Eine Pilot-Impfkampagne mit dem brasilianischen Partner Instituto Butantan hat bislang rund 50.000 Erwachsene gegen Chikungunya geimpft, mit dem Ziel einer Abdeckung von 20 bis 40 Prozent der Zielbevölkerung.

Im Mai 2026 erhielt die lokal produzierte Version des Impfstoffs unter dem Namen Butantan-chik die Zulassung in Brasilien. Bei den Shigella-Impfstoffprogrammen laufen zwei Studien, deren Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 erwartet werden.

Analysten reagieren mit neuen Einschätzungen

Am Tag der EMA-Nachricht nahm TD Cowen die Bewertung von Valneva mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 12 US-Dollar auf. Guggenheim Securities bekräftigte am selben Tag seine Kaufempfehlung. Beide Einschätzungen fielen zeitlich mit der regulatorischen Nachricht zusammen und spiegeln die Erwartung, dass eine Zulassung des Lyme-Impfstoffs erhebliches kommerzielles Potenzial bergen könnte.

Die Aktie notierte am Mittwoch bei 2,92 Euro und büßte damit 1,1 Prozent ein. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 36 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, wie stark die regulatorische Nachricht den Kurs in den vergangenen Wochen getragen hat. Für Anleger bleibt die Aktie damit eine Wette auf den Ausgang der EMA-Prüfung, während das operative Geschäft mit roten Zahlen und rückläufigen Volumina zu kämpfen hat.

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Diskussion zu Valneva

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.