Zwei Impfstoffkandidaten, ein laufendes Zulassungsverfahren und juristische Ermittlungen im Hintergrund — für Valneva verdichten sich in diesem Jahr die entscheidenden Weichen. Der französische Impfstoffspezialist steht vor einem Halbjahr, das die Zukunft des Unternehmens maßgeblich prägen dürfte.
Der Lyme-Impfstoff: Zwischen Wirksamkeit und Statistik
Das wichtigste Thema bleibt die regulatorische Zukunft von LB6V, dem gemeinsam mit Pfizer entwickelten Lyme-Impfstoffkandidaten. Die im März 2026 veröffentlichten Phase-3-Daten der VALOR-Studie zeigten eine Wirksamkeit von 73,2 Prozent — klinisch bedeutsam, aber mit einem Haken: Das vorab festgelegte statistische Kriterium wurde in der ersten Analyse verfehlt. Erst in der zweiten vordefinierten Analyse wurde es erfüllt.
Pfizer hält dennoch an dem Projekt fest und plant, noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 einen Zulassungsantrag bei der FDA sowie eine entsprechende Einreichung bei der EMA einzureichen. Valneva-CEO Thomas Lingelbach bezeichnete den regulatorischen Prozess als „Verhandlungssache“ und zeigte sich überzeugt, dass die Behörden angesichts des hohen medizinischen Bedarfs die Gesamtheit der Evidenz berücksichtigen würden. Sollte der Impfstoff zugelassen werden, wäre er weltweit das einzige verfügbare Mittel gegen Lyme-Borreliose — mit einem geschätzten Jahresumsatzpotenzial von über einer Milliarde Euro.
Shigella und Finanzen: Was sonst noch zählt
Parallel läuft die Entwicklung von S4V2, einem tetravalenten Impfstoffkandidaten gegen Shigellose. Zwei Phase-2-Studien sind aktiv, erste Ergebnisse werden zur Jahresmitte 2026 erwartet. Die WHO stuft Shigella-Impfstoffe als Entwicklungspriorität ein, die FDA erteilte dem Kandidaten im Oktober 2024 den Fast-Track-Status. Das globale Marktpotenzial wird auf über 500 Millionen Dollar jährlich geschätzt.
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Finanziell präsentiert sich Valneva solide, aber nicht ohne Belastungen. Der Gesamtumsatz 2025 lag bei 174,7 Millionen Euro, der Nettoverlust bei 115,2 Millionen Euro — maßgeblich beeinflusst durch das Wegfallen eines einmaligen Ertrags aus dem Vorjahr. Die Liquidität betrug zum Jahresende 109,7 Millionen Euro bei einem operativen Mittelabfluss von 52,9 Millionen Euro. Für 2026 erwartet das Unternehmen Gesamterlöse zwischen 155 und 170 Millionen Euro.
Ein zusätzlicher Belastungsfaktor: Mehrere US-Anwaltskanzleien, darunter Pomerantz Law Firm und Bronstein, Gewirtz & Grossman, haben im April 2026 Ermittlungen im Namen von Valneva-Aktionären eingeleitet. Diese Verfahren lasten auf der Stimmung rund um die Aktie, die seit Jahresbeginn rund 30 Prozent an Wert verloren hat.
Die nächsten Monate bringen konkrete Entscheidungspunkte: die Shigella-Daten zur Jahresmitte und weitere Signale von Pfizer zur Einreichungsstrategie bei den Zulassungsbehörden.
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