Valneva kämpft derzeit an mehreren Fronten. Der Umsatz bricht ein, das Management streicht massiv Stellen. Parallel dazu drängen Millionen neue Aktien auf den Markt. Die Pipeline muss nun dringend Erfolge liefern.
Rote Zahlen erzwingen Umbau
Die operativen Probleme belasten den Kurs schwer. Im ersten Quartal stürzte der Umsatz um über 37 Prozent ab. Er landete bei lediglich 30,9 Millionen Euro. Der Nettoverlust stieg auf 32,1 Millionen Euro. Einbrechende Verkäufe bei Reiseimpfstoffen zwangen das Management zu einer Prognosesenkung.
Die Folge: ein hartes Sparprogramm. Valneva entlässt weltweit 10 bis 15 Prozent seiner Belegschaft. Das soll die operativen Kosten im laufenden Jahr um bis zu 35 Prozent drücken.
Indes hat die US-Börsenaufsicht SEC den Weg für einen massiven Aktienverkauf freigemacht. Investoren dürfen bis zu 31,6 Millionen Valneva-Papiere auf den Markt werfen. Diese stammen aus einer Kapitalerhöhung vom April. Das Unternehmen selbst nimmt durch diesen Weiterverkauf keinen einzigen Cent ein.
Hoffnungsträger in der Pipeline
Angesichts der Krise blicken Investoren gebannt auf die Forschung. Mitte 2026 stehen wichtige Daten zum Shigellose-Impfstoffkandidaten S4V2 an. Die US-Behörde FDA hat dem Programm bereits den Fast-Track-Status verliehen. Der weltweite Markt für diese Impfung übersteigt 500 Millionen Dollar jährlich.
Auch das Borreliose-Programm liefert entscheidende Impulse. Valneva und Partner Pfizer meldeten für ihren Kandidaten kürzlich eine Wirksamkeit von über 70 Prozent. Die Phase-3-Studie verlief erfolgreich. Pfizer bereitet nun die Zulassungsanträge vor.
Hauptversammlung unter Druck
Die finanzielle Basis für den Umbau steht vorerst. Ende März verfügte der Konzern über liquide Mittel von rund 105 Millionen Euro. Das frische Kapital aus dem April ist hier noch nicht eingerechnet.
An der Börse herrscht dennoch tiefe Skepsis. Die Aktie notiert aktuell bei 2,30 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf gut 40 Prozent. Der Abstand zur 200-Tage-Linie bei 3,66 Euro bleibt gewaltig. Auf der anstehenden Hauptversammlung in Lyon muss das Management nun beweisen, dass der radikale Umbau greift.
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