Startseite » Anleihen » US-Börsen steuern auf Rekorde trotz Renditedrucks zu
Symbolbild, KI-generiert

US-Börsen steuern auf Rekorde trotz Renditedrucks zu

Der S&P 500 gewann seit seinem Tief 2022 117 Prozent; steigende Renditen und hohe Gewinnerwartungen prägen den Marktausblick.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • S&P 500 seit 2022 um 117 Prozent gestiegen
  • Zehn Konzerne stellen rund 40 Prozent des Index
  • Zehnjährige US-Rendite erreichte 5,364 Prozent
  • US-Banken legen kommende Woche Quartalszahlen vor

Kurz vor dem vierjährigen Bestehen der aktuellen US-Aktienrally notieren die Leitindizes an der Wall Street nahe ihren Rekordständen. Am 12. Oktober markiert der S&P 500 den vierten Jahrestag seines Tiefpunkts aus dem Jahr 2022. Getragen wird der Markt vor allem von hohen Gewinnerwartungen an den Technologiesektor, während am Rentenmarkt die Renditen auf Mehrjahreshochs verharren und das Fundament der Bewertung auf die Probe stellen.

Seit dem Tiefststand im Herbst 2022 legte der S&P 500 um 117 Prozent zu. Damit zählt die Aufwärtsbewegung zu den stärksten Erholungsphasen der vergangenen Jahrzehnte. Treibende Kraft bleibt der Ausbau künstlicher Intelligenz. Allerdings konzentriert sich das Marktgewicht zusehends: Die zehn größten Konzerne im S&P 500 machen mittlerweile rund 40 Prozent des gesamten Indexwerts aus, verglichen mit 28 Prozent zu Beginn der Rally.

Anleiherenditen setzen Bewertungsmaßstäbe unter Druck

Parallel zu den Kursgewinnen an den Aktienmärkten wächst das Zinsrisiko. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe liegt bei rund 5,2 Prozent, nachdem sie unter der Woche mit 5,364 Prozent den höchsten Stand seit 24 Jahren markierte.

Anleiheexperten wie Pimco halten einen weiteren Zinsanstieg auf bis zu sechs Prozent für möglich. Ein solches Niveau wurde zuletzt vor 26 Jahren verzeichnet. Als Ursachen gelten anhaltende Inflationsrisiken durch hohe Energiepreise, steigende Staatsausgaben sowie der massive Kapitalbedarf für den Ausbau technischer Infrastruktur.

Kletternde Renditen verändern das Umfeld für Aktienanlagen spürbar. Werfen sichere Staatsanleihen Erträge jenseits der Fünf-Prozent-Marke ab, verliert die traditionelle Risikoprämie am Aktienmarkt an Attraktivität. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen mit schwächerer Bonität spürbar verteuern.

Hohe Erwartungen an die Berichtssaison

Um das aktuelle Kursniveau zu stützen, müssen die Konzerne entsprechend starke Resultate liefern. Für das laufende Geschäftsjahr wird bei den Unternehmen im Leitindex ein Gewinnplus von mehr als 35 Prozent prognostiziert. Der Löwenanteil dieses Wachstums geht auf die Ausgaben großer Technologieanbieter für Server und Rechenzentren zurück.

Die Bewährungsprobe für diese Erwartungen beginnt in der kommenden Woche, wenn die großen US-Banken ihre Zahlen für das dritte Quartal vorlegen. Bestätigen die Quartalsberichte das prognostizierte Ertragswachstum, bleibt der Aufwärtstrend gestützt; bleiben die operativen Ergebnisse hinter den Ausgaben zurück, dürften die restriktiven Zinsen die Bewertung der Aktienmärkte belasten.

Anzeige

Stand heute, 9. Oktober: S&P 500 – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in S&P 500 investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 9. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

S&P 500: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu S&P 500

Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.