Auf der dritten Sitzung unter Notenbankchef Kevin Warsh steht den US-Märkten die erste geldpolitische Straffung seit Jahren bevor. Die Wall Street reagiert am Mittwoch dennoch mit Kursgewinnen auf die erwartete Anhebung um 25 Basispunkte. Investoren setzen darauf, dass der Schritt die hohe Inflation eindämmt und Klarheit über den weiteren Zinspfad schafft.
Hohe Renditen und wachsende Zinserwartungen
Die Leitzinsspanne dürfte nach US-Börsenschluss auf 3,75 bis 4,00 Prozent klettern. Dies markiert die erste Zinserhöhung der Federal Reserve seit 2023. An den Finanzmärkten gilt dieser Schritt angesichts des anhaltenden Preisdrucks als weitgehend eingepreist.
Parallel dazu kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 2007. Der Anleihemarkt signalisiert damit bereits seit Wochen ein restriktiveres Umfeld. Marktteilnehmer stellen sich mittlerweile auf mindestens zwei zusätzliche Zinsschritte innerhalb der kommenden zwölf Monate ein.
Impulse aus dem Halbleitersektor stützen die Kurse
Für Entlastung sorgt am Aktienmarkt die Erholung bei Technologietiteln. Nach vorangegangenen Debatten über Sicherheitsbedenken bei Künstlicher Intelligenz griffen Anleger wieder bei Chipwerten zu. Branchenbeobachter verweisen darauf, dass strengere Sicherheitsanforderungen die Nachfrage nach Rechenleistung sogar steigern könnten, da entsprechende Kontrollprozesse rechenintensiv sind.
Unterstützt wird diese Entwicklung durch Verhandlungen über eine US-Kooperation zwischen Intel und SK Hynix bei der Fertigung von Speicherchips. Die Aussicht auf eine Auslastung von Fabriken in den USA gab den Notierungen beider Konzerne vorbörslich Auftrieb und stabilisierte das Börsenumfeld vor der Zinsentscheidung.
Die Aufmerksamkeit richtet sich am Mittwochabend auf die Pressekonferenz von Notenbankchef Kevin Warsh sowie die neuen Projektionen der Währungshüter. Diese Projektionen werden den Rahmen dafür abstecken, wie weit die Federal Reserve den Leitzins im laufenden Jahr noch anheben will.
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