Die Zahlen klingen verlockend: Fast 7 Prozent Dividendenrendite, ein KGV von nur 13 – auf dem Papier ist United Parcel Service ein echtes Schnäppchen. Doch während Schnäppchenjäger am Black Friday zuschlugen, brodelt bei UPS eine Krise, die das Weihnachtsgeschäft massiv bedroht. Die gesamte MD-11-Frachtflotte bleibt am Boden – ausgerechnet in der wichtigsten Phase des Jahres. Steckt hinter dem vermeintlichen Mega-Deal also eine gefährliche Wertfalle?
Flugverbot zur Unzeit: 10 Prozent Kapazität weg
Die Lage ist ernst: Seit einem schweren Unfall Anfang November in Louisville dürfen sämtliche McDonnell Douglas MD-11 Frachtmaschinen von UPS nicht mehr abheben. Das Problem: Diese Jets machen rund 9 Prozent der gesamten Luftfrachtkapazität aus – und werden voraussichtlich die komplette Peak-Season verpassen.
Bill Moore, Chef von UPS Airlines, bestätigte in einem internen Memo, dass Inspektionen und Reparaturen deutlich länger dauern als erhofft. Während andere Logistiker im Dezember auf Hochtouren laufen, fehlt UPS fast ein Zehntel seiner Flugzeugflotte. Die Folge: höhere Kosten durch Ersatzlösungen, Risiken bei der Liefertreue – und nervöse Investoren.
Die wichtigsten Fakten:
- MD-11-Flotte komplett gegrundet seit November
- Rund 9% der UPS-Luftfrachtkapazität betroffen
- Ausfall trifft mitten ins Weihnachtsgeschäft
- Notfallpläne aktiviert, aber teuer
Bemerkenswert: Trotz dieser düsteren Nachricht zeigte sich die Aktie zuletzt stabil und schloss am Black Friday minimal im Plus. Möglicherweise hat der Markt das Desaster bereits eingepreist – oder unterschätzt die Tragweite.
Billig, aber gefangen? Die Bewertungsfrage
Mit einem Kurs von knapp 96 Dollar wirkt UPS auf den ersten Blick spottbillig. Die Dividendenrendite liegt bei fast 7 Prozent, das KGV deutlich unter dem Marktdurchschnitt. Doch Vorsicht: Im dritten Quartal brachen die Umsätze um 3,7 Prozent ein, auf 21,4 Milliarden Dollar. Zwar übertraf der Gewinn je Aktie mit 1,74 Dollar die Erwartungen, doch die Ausschüttungsquote liegt gefährlich über 100 Prozent.
Analysten bleiben gespalten. UBS traut der Aktie 113 Dollar zu und setzt auf Margenerholung. Stifel senkte das Kursziel dagegen auf 109 Dollar. Der Konsens liegt bei „Halten“ – ein Zeichen der Unsicherheit. Die hohe Dividende lockt, doch ohne Ergebniswachstum wird sie zur Belastung.
Amazon-Entzug und Sparkurs: Die große Wette
Parallel kämpft UPS an einer zweiten Front: Der Konzern will sein Geschäft mit Amazon bis Ende 2026 um mehr als die Hälfte kappen. Stattdessen sollen margenstärkere B2B- und Healthcare-Kunden her. Das „Fit to Serve“-Programm soll 3,5 Milliarden Dollar einsparen – dringend nötig, um den Umsatzrückgang und die aktuellen Krisenkosten aufzufangen.
Diese Transformation ist mutig, aber riskant. Gelingt sie, könnte UPS tatsächlich die Rendite steigern. Scheitert sie oder zieht sich die MD-11-Krise hin, droht eine Abwärtsspirale aus sinkenden Volumina, steigenden Kosten und einer nicht mehr tragbaren Dividende.
UPS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UPS-Analyse vom 29. November liefert die Antwort:
Die neusten UPS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UPS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. November erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
UPS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
