Die Weichen für die strategische Neuausrichtung von UPM-Kymmene sind gestellt. Am gestrigen Montag gab eine außerordentliche Hauptversammlung grünes Licht für die partielle Abspaltung des Sperrholzgeschäfts. Unter dem Namen WISA Group Plc soll die Sparte künftig als eigenständiges Unternehmen an der Börse in Helsinki geführt werden.
Die Aktionäre des finnischen Forstindustriekonzerns stimmten dem Vorhaben zu, wonach die Trennung zum 31. Oktober vollzogen werden soll. Für Anleger bedeutet dies konkret: Wer Aktien von UPM-Kymmene hält, erhält im Verhältnis von eins zu eins neue Papiere der WISA Group. Der reguläre Handel der neuen Titel soll voraussichtlich am 2. November beginnen.
Strategische Ziele der neuen WISA Group
Das ausgegliederte Unternehmen startet mit einer etablierten Marktposition. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete der Bereich einen Umsatz von 409 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 55 Millionen Euro.
Die jährliche Produktionskapazität beläuft sich auf 785.000 Kubikmeter. Für die kommenden Jahre hat das Management unter dem künftigen Verwaltungsratsvorsitzenden Tapio Korpeinen und der designierten CEO Tuija Suur-Hamari ehrgeizige Ziele formuliert.
Bis zum Jahr 2030 soll der Umsatz auf über 550 Millionen Euro steigen. Zudem strebt die WISA Group eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik an, bei der rund 50 Prozent des Jahresgewinns als Dividende fließen sollen. Weitere Details zur künftigen Strategie und den Finanzzielen will das Unternehmen auf einem Capital Markets Day am 23. September in Helsinki präsentieren.
Hürden beim Joint Venture mit Sappi
Während die Abspaltung der Sperrholzsparte planmäßig voranschreitet, sieht sich UPM-Kymmene in einem anderen Bereich mit regulatorischem Widerstand konfrontiert. Die EU-Kommission hat formelle Bedenken gegen das geplante Joint Venture mit dem Wettbewerber Sappi im Segment für grafische Papiere geäußert. Ein solches „Statement of Objections“ gilt als kritischer Schritt in europäischen Fusionskontrollverfahren.
Das Vorhaben hat ein Volumen von rund 1,4 Milliarden Euro. Die Analystin Savanna Saarikko weist darauf hin, dass die Entscheidung der EU noch offen sei, die Kommission jedoch die Wettbewerbsfähigkeit stärken wolle. UPM-Kymmene kündigte an, die Einwände der Wettbewerbshüter zu prüfen und darauf zu antworten, wobei das Unternehmen weiterhin Zuversicht hinsichtlich einer Einigung zeigt.
Marktreaktion und operatives Umfeld
An der Börse zeigten sich die Anleger am heutigen Dienstag zunächst zurückhaltend. Die Aktie notiert bei 23,97 Euro, was einer Veränderung von 0,1 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. Seit Jahresbeginn weist der Titel damit ein Minus von 3,5 Prozent auf.
Die strukturellen Veränderungen im Konzern fallen in eine Phase operativer Anpassungen. Dazu gehört auch die vor rund einem Monat angekündigte Stilllegung der Zellstoffproduktion am Standort Kaukas. Mit der Abspaltung der WISA Group konzentriert sich UPM-Kymmene nun verstärkt auf sein verbleibendes Kerngeschäft, während die Sperrholzsparte als spezialisierter Akteur mehr unternehmerische Freiheit erhalten soll.
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