UnitedHealth steht unter erheblichem Druck. Ein vernichtender Senatsbericht wirft dem Versicherungsgiganten vor, das Medicare-System systematisch durch aggressive Abrechnungspraktiken ausgenutzt zu haben. Während der Aktienkurs nach einem schwierigen Jahr 2025 weiter kämpft, versucht der Konzern nun kurz vor den Quartalszahlen, mit Hilfsprogrammen für ländliche Krankenhäuser gegenzusteuern.
Senatsbericht deckt aggressive Taktiken auf
Im Zentrum der aktuellen Unruhe steht ein 105-seitiger Bericht des Justizausschusses des Senats, der am 12. Januar veröffentlicht wurde. Senator Chuck Grassley kommt darin zu dem Schluss, dass UnitedHealth die Risikoadjustierung zu einer zentralen Profitstrategie gemacht habe – entgegen der ursprünglichen Absicht des Programms.
Die Untersuchung, die auf 50.000 Seiten interner Dokumente basiert, beschreibt detailliert, wie das Unternehmen Medicare-Zahlungen maximiert haben soll. Dazu gehörten der gezielte Einsatz von Pflegepersonal für Hausbesuche zur Risikoanalyse, finanzielle Anreize für externe Anbieter und die Nutzung von KI, um Diagnose-Lücken zu identifizieren. UnitedHealth widerspricht diesen Darstellungen und betont, dass alle Programme den geltenden Anforderungen entsprechen und staatlichen Prüfungen standgehalten haben.
Flucht nach vorn oder echte Hilfe?
Als Reaktion auf die negativen Schlagzeilen kündigte UnitedHealth heute ein neues Pilotprogramm an. Der Versicherungsarm des Konzerns will Zahlungen an unabhängige ländliche Krankenhäuser in Bundesstaaten wie Oklahoma und Minnesota beschleunigen.
Das Ziel ist ambitioniert: Die Zeit bis zur Geldeingang soll von knapp 30 auf unter 15 Tage halbiert werden. Kritiker stellen sich jedoch die Frage: Ist dies eine echte Reformmaßnahme oder lediglich Schadensbegrenzung angesichts drohender Mittelkürzungen im Gesundheitssektor?
Zahlenwerk unter Druck
Die operative Belastung spiegelt sich deutlich im Aktienkurs wider. Mit einem aktuellen Kurs von rund 334 USD notiert das Papier auf Sicht von 12 Monaten fast 37 Prozent im Minus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von über 530 USD bleibt gewaltig.
Verantwortlich für diesen Absturz sind neben den Betrugsvorwürfen auch unerwartet hohe medizinische Kosten und der plötzliche CEO-Wechsel im Mai 2025. Für den anstehenden Quartalsbericht am 27. Januar bereitet sich die Wall Street auf ernüchternde Zahlen vor. Analysten erwarten einen Einbruch des bereinigten Gewinns pro Aktie (EPS) um fast 70 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Analysten bleiben verhalten optimistisch
Trotz der massiven Gegenwinde haben die meisten Marktbeobachter die Aktie noch nicht abgeschrieben. Analysten wie Elizabeth Anderson von Evercore ISI argumentieren, dass das „Chaos“ größtenteils bereits im Kurs eingepreist sei. Mit einem durchschnittlichen Kursziel von rund 396 USD sieht der Konsens weiterhin Aufwärtspotenzial, und 16 von 26 Analysten raten weiterhin zum Kauf („Strong Buy“).
Die kommenden zwei Wochen werden für die weitere Richtung entscheidend sein. Bevor das Unternehmen am 27. Januar seine Bücher öffnet, muss sich CEO Stephen Hemsley bereits am 22. Januar vor zwei Ausschüssen des Repräsentantenhauses erklären. Angesichts der Ankündigung von CMS-Administrator Dr. Mehmet Oz, härter gegen aufgeblähte Risikobewertungen vorzugehen, bleibt das regulatorische Risiko der dominierende Faktor für Anleger.
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