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Uniper: Bund plant 25 Prozent plus Aktie

Uniper vor Teilverkauf: Der Bund strebt eine Sperrminorität an. Dank positiver Analystenprognosen und neuer LNG-Verträge stabilisiert sich der Energiekonzern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bundesregierung plant Reduzierung der Uniper-Anteile auf eine Sperrminorität von 25 % plus eine Aktie.
  • Analysten prognostizieren für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 6,23 % auf 23,19 Mrd. Euro.
  • Strategische Absicherung der Gasversorgung durch neuen langfristigen LNG-Liefervertrag mit Kanada.
  • Vollständige Reprivatisierung des Düsseldorfer Energieversorgers muss laut EU-Auflagen bis Ende 2028 erfolgen.

Gestern verdichteten sich Informationen zum geplanten Rückzug des Bundes beim Energiekonzern Uniper. Während der offizielle Reprivatisierungsprozess bereits im Mai mit einer Investorenanzeige in der Financial Times eingeleitet wurde, zeichnet sich nun eine konkretere Zielstruktur ab. Medienberichten vom Samstag zufolge beabsichtigt die Bundesrepublik, lediglich eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie zu behalten.

Bund strebt Sperrminorität an

Der Bund hält derzeit noch über 99 Prozent der Anteile an dem Düsseldorfer Versorger. Der geplante Teilverkauf ist an strikte Auflagen der EU-Kommission geknüpft, die im Zuge der Verstaatlichung während der Energiekrise festgelegt wurden. Demnach muss die vollständige Reprivatisierung spätestens bis zum Ende des Jahres 2028 abgeschlossen sein. Der nun kolportierte Plan, eine Sperrminorität zu halten, würde dem Staat weiterhin einen strategischen Einfluss auf wichtige Unternehmensentscheidungen sichern.

Ein zentraler Meilenstein zur Wiederherstellung der Kapitalmarktfähigkeit war bereits im Dezember die Aufhebung des Dividendenverbots durch eine Gesetzesänderung. Damit sind Ausschüttungen an Aktionäre grundsätzlich wieder möglich. Diese Neuregelung gilt als Voraussetzung, um das Vertrauen privater Investoren zurückzugewinnen und den Konzern erfolgreich am Kapitalmarkt zu platzieren.

Analysten erwarten Umsatzplus

Operativ zeigt sich Uniper deutlich stabilisiert. Nachdem das Unternehmen für das erste Quartal ein bereinigtes EBITDA von 407 Millionen Euro und ein positives bereinigtes Nettoergebnis von 231 Millionen Euro meldete, richten sich die Blicke auf die weitere Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr. Laut Medienberichten vom Mittwoch liegt der Analysten-Konsens für den Umsatz bei 23,19 Milliarden Euro. Dies würde einer Steigerung von 6,23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprechen.

Die Erwartungen der Marktbeobachter spiegeln die Erholung des Geschäftsmodells nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre wider. Für das laufende Fiskaljahr wird zudem ein Gewinn pro Aktie von 1,70 Euro prognostiziert.

An der Börse wird diese Entwicklung positiv quittiert. Seit Jahresbeginn konnte der Kurs um 32,52 Prozent zulegen. Mit dem Schlusskurs vom Freitag bei 43,40 Euro notiert das Papier aktuell 11,75 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Strategische Sicherung durch LNG-Importe

Neben der finanziellen Sanierung treibt Uniper die strategische Neuausrichtung voran, um die Versorgungssicherheit ohne russische Gaslieferungen zu gewährleisten. Am 29. Juli bestätigte das Unternehmen den Abschluss eines neuen langfristigen LNG-Liefervertrags mit einem kanadischen Partner. Diese Vereinbarung dient der weiteren Diversifizierung des Beschaffungsportfolios.

Diese Schritte sind notwendig, um die Abhängigkeit von früheren Lieferstrukturen endgültig zu beenden. Ein Schiedsgericht in Stockholm hatte Uniper bereits im Juni 2024 Schadensersatzansprüche von über 13 Milliarden Euro gegen Gazprom Export zugesprochen, nachdem die vertraglich vereinbarten Gasmengen ausblieben. Das Urteil räumte dem Konzern zudem das Recht zur fristlosen Kündigung aller langfristigen Lieferverträge mit dem russischen Exporteur ein.

Parallel dazu setzt das Unternehmen die Auflagen der Wettbewerbshüter konsequent um. So wurde im November 2025 der Verkauf der Uniper Wärme GmbH an die Steag Iqony Group erfolgreich abgeschlossen. Dieser Schritt war eine der von der EU-Kommission auferlegten Bedingungen im Zuge der staatlichen Stützungsmaßnahmen.

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