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Uniper Aktie: Verkaufsfrist endet am 12. Juni

Bundesregierung treibt Uniper-Verkauf voran: Interessenten müssen bis 12. Juni bieten. Fortum prüft Rückkauf schwedischer Kraftwerke.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Verkaufsfrist endet am 12. Juni
  • Fortum erwägt Rückkauf von Kraftwerken
  • Gewerkschaften favorisieren Börsengang
  • Bund will Sperrminorität behalten

Bei Uniper wird der Ausstieg des Bundes konkret. Bis zum 12. Juni müssen Interessenten Farbe bekennen, während parallel ein Börsengang vorbereitet wird. Brisant ist vor allem die Rückkehr eines alten Namens: Fortum prüft den Rückkauf schwedischer Kern- und Wasserkraftanlagen.

An der Börse ist bereits viel Hoffnung eingepreist. Die Uniper-Aktie notiert bei 49,95 Euro und liegt heute 1,28 Prozent im Minus, hat binnen sieben Tagen aber 13,14 Prozent gewonnen. Seit Jahresanfang steht sogar ein Plus von 48,66 Prozent zu Buche.

Bund sucht Käufer — IPO bleibt Option

Der Bund hält derzeit 99,12 Prozent an Uniper. Koordiniert wird der Prozess von JP Morgan und UBS. Geprüft werden zwei Wege: ein Direktverkauf an einen strategischen Investor oder eine Platzierung über die Börse.

Die politische Linie ist klar. Gesucht werden keine kurzfristigen Finanzinvestoren, sondern Partner, die Uniper als Ganzes erhalten und langfristig begleiten. Bei Käufern von außerhalb der EU könnte die Bundesregierung nach dem Außenwirtschaftsgesetz genauer hinsehen.

Mehrere Namen kursieren bereits. Genannt werden Brookfield Asset Management, Equinor, EPH von Daniel Kretinsky und Taqa. Der Börsenwert liegt bei rund 18 Milliarden Euro, diese Zahl ist wegen des extrem knappen Streubesitzes aber nur begrenzt belastbar. Ein größeres Verkaufsangebot könnte den Kurs deutlich bewegen.

Fortum bringt Schweden ins Spiel

Fortum macht den Prozess besonders heikel. Der finnische Versorger erklärte gegenüber Bloomberg, er sei daran interessiert, die Gelegenheit zum Rückkauf seiner früheren schwedischen Wasser- und Kernkraftanlagen zu prüfen. Für diese Anlagen besitzt Fortum noch bis Ende dieses Jahres ein vertraglich gesichertes Vorkaufsrecht.

Dabei geht es um ein strategisch sensibles Portfolio. Uniper ist an den schwedischen Kernkraftwerken OKG, Ringhals und Forsmark beteiligt. Bei OKG in Oskarshamn hält Uniper über eine Tochter 54,5 Prozent, Fortum besitzt die übrigen 45,5 Prozent.

Operativ ist das Schweden-Thema nicht nur eine Besitzfrage. Eine ungeplante Abschaltung von Oskarshamn 3 belastete zuletzt das Ergebnis. Dazu kamen unerwartet geringe Wasserzuflüsse in der deutschen Wasserkraft. Entlastung brachte dagegen der britische Kapazitätsmarkt, der in der flexiblen Erzeugung höhere Ergebnisbeiträge lieferte.

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Gewerkschaften wollen Börsengang

Der Verkauf ist auch ein Macht- und Strukturthema. Verdi spricht sich klar für einen erneuten Börsengang aus. Energieexperte Rolf Wiegand, zugleich Vize-Aufsichtsratschef bei Uniper, fordert, dass der Bund eine Sperrminorität von mindestens 25 Prozent plus einer Aktie behält.

Auch der Konzernbetriebsrat lehnt einen außerbörslichen Verkauf ab. Martin Geilhorn sagte der „Rheinischen Post“, ein solcher Schritt werde kategorisch abgelehnt. Dahinter steht die Sorge, dass ein einzelner Käufer stärker in Struktur, Beschäftigung und strategische Ausrichtung eingreifen könnte.

Uniper ist für die deutsche Energieversorgung weiter relevant. Der Konzern beliefert rund 1.000 Kommunen und Industrieunternehmen und ist Deutschlands größter Betreiber von Gasspeichern sowie Wasserkraftwerken.

Fahrplan bis Jahresende

Nach der Frist im Juni will das Finanzministerium im Sommer Gespräche mit geeigneten Interessenten führen. Im Herbst sollen konkrete Verträge vorbereitet werden. Mögliche Abschlüsse sind für November vorgesehen.

Parallel wird eine Börsenplatzierung für Januar 2027 vorbereitet. Sie kann als Rückfalloption dienen oder einen Direktverkauf ergänzen. Genau diese Doppelstrategie erhöht den Druck auf Interessenten: Wer Uniper vollständig oder in Teilen übernehmen will, muss bald belastbare Konditionen liefern.

Die operative Basis für solche Gespräche ist deutlich stabiler als während der Energiekrise. Im ersten Quartal erzielte Uniper ein bereinigtes EBITDA von 407 Millionen Euro und einen bereinigten Nettogewinn von 231 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand ein bereinigtes EBITDA von 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro an.

Bis Ende 2028 muss Deutschland seinen Anteil nach EU-Vorgaben auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie senken. Der nächste harte Termin ist nun der 12. Juni: Dann zeigt sich, welche Interessenten wirklich antreten — und ob Fortums Schweden-Interesse den gesamten Privatisierungsprozess komplizierter macht.

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Diskussion zu Uniper

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

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