Der Bund zieht sich bei Uniper ein gutes Stück zurück. Der Verkauf der staatlichen Beteiligung ist offiziell angestoßen, und damit nimmt die Privatisierung des Energiekonzerns Fahrt auf. Für den Markt ist das mehr als ein Formalakt. Es ist der Beginn eines geordneten Ausstiegs aus der Rettung von 2022.
Staat sucht Minderheitsrolle
Die Bundesregierung will ihre Beteiligung auf 25 Prozent plus eine Aktie senken. Diese Sperrminorität passt zu den EU-Auflagen, die den Rückgang des Staatsanteils bis Ende 2028 verlangen. Für die Steuerung des Prozesses hat der Bund JPMorgan und UBS mandatiert.
Interessenten können sich bis Mitte Juni registrieren. Bevorzugt sucht der Staat langfristige Kapitalgeber, die Uniper als Ganzes erhalten wollen. Im Markt kursieren Namen wie Brookfield Asset Management, Equinor, Taqa und die EPH-Gruppe.
Mehrere Wege offen
Der Bund hält sich beim Ausstieg mehrere Optionen offen. Ein direkter Verkauf von Aktienpaketen ist ebenso möglich wie ein Börsengang, der für Anfang 2027 vorbereitet wird. Auch eine Mischung beider Varianten kommt infrage. Erste Transaktionen könnten nach aktueller Planung bis Ende dieses Jahres laufen.
Uniper-Chef Michael Lewis verweist auf die operative Erholung. Der Konzern habe sich stabilisiert und könne unter den aktuellen Bedingungen wieder Dividenden ausschütten. Das ist ein wichtiger Punkt, weil die Rückkehr zu regulären Ausschüttungen die Attraktivität für neue Investoren erhöht.
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Börse reagiert freundlich
An der Börse kam der Start des Verkaufsprozesses gut an. Die Aktie legte am 19. Mai um 8,30 Prozent auf 46,95 Euro zu und markierte damit zugleich ein neues 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von 39,73 Prozent zu Buche.
Auch die längerfristige Tendenz bleibt robust. Der Kurs liegt deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 35,72 Euro. Uniper bringt es an der Börse auf rund 18 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz zwar auf 17,34 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie stieg aber auf 0,80 Euro. Die frühere Idee einer Fusion mit Sefe spielt nach aktuellem Stand keine Rolle mehr.
Mit dem registrierungsstart bis Mitte Juni rückt nun der nächste konkrete Schritt näher. Entscheidend wird, ob der Bund zügig passende Käufer findet und ob die ersten Transaktionen noch in diesem Jahr angestoßen werden können.
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