Uniper sichert sich den Zugang zum rasant wachsenden indischen Energiemarkt. Der neue Zehnjahresvertrag für Flüssiggas (LNG) ist nicht nur ein operativer Erfolg, sondern auch das erste greifbare Ergebnis der jüngsten deutsch-indischen Wirtschaftszusammenarbeit. Doch während das Auslandsgeschäft wächst, rückt die politische Entscheidung über die Zukunft des Konzerns in Deutschland immer näher.
Zehn Jahre Energiesicherheit
Der am Freitag unterzeichnete Vertrag mit der staatlichen Gujarat State Petroleum Corporation (GSPC) markiert einen strategischen Meilenstein. Ab Januar 2028 wird Uniper jährlich bis zu 0,5 Millionen Tonnen Flüssiggas an die indische Westküste liefern. Die Vereinbarung ist langfristig auf zehn Jahre angelegt und unterstreicht das Ziel des Managements, die internationalen Handelsbeziehungen über Europa hinaus zu diversifizieren.
Dieser Durchbruch ist eng mit der Diplomatie verknüpft. Das Abkommen folgte unmittelbar auf ein Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem indischen Premierminister Narendra Modi in Ahmedabad. Marktbeobachter werten den Abschluss als direktes Resultat dieser politischen Flankierung, die darauf abzielt, die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen massiv zu vertiefen.
Reprivatisierung und Kraftwerksstrategie
Trotz der operativen Erfolge bleibt die fundamentale Lage des Konzerns von der staatlichen Rettung im Jahr 2022 geprägt. Der Bund hält weiterhin 99 Prozent der Anteile, doch die Zeichen stehen auf Veränderung. Berlin prüft derzeit verschiedene Optionen für einen schrittweisen Ausstieg aus dem Engagement. Eine wichtige Hürde wurde bereits genommen: Die Europäische Union akzeptierte zuletzt, dass die russische Tochter Unipro nicht wie ursprünglich gefordert verkauft werden muss – eine Bedingung, die lange Zeit wie ein Mühlstein über den Rettungsgeldern in Höhe von 13,5 Milliarden Euro hing.
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Anleger reagierten positiv auf die jüngsten Entwicklungen. Am Freitag schloss das Papier mit einem Plus von 2,00 Prozent bei 35,70 Euro. Damit notiert der Kurs knapp über dem wichtigen 200-Tage-Durchschnitt von 35,16 Euro. Ein Blick auf den Relative-Stärke-Index (RSI) von 29,6 deutet zudem darauf hin, dass der Titel nach der schwachen Performance der letzten zwölf Monate technisch als überverkauft gelten könnte.
Weichenstellung für die Zukunft
Können diese internationalen Erfolge den Weg für die geplante Reprivatisierung ebnen? Neben dem LNG-Geschäft in Asien fokussiert sich das Management nun auf den deutschen Heimatmarkt. Uniper plant, sich mit einer Kapazität von zwei Gigawatt an den anstehenden Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke zu beteiligen.
Entscheidend für die kommenden Monate wird sein, wie konkret die Bundesregierung ihre Ausstiegspläne formuliert. Sollte die Aktie den Bereich um den 200-Tage-Durchschnitt nachhaltig verteidigen, rückt das 52-Wochen-Hoch bei 46,33 Euro wieder in das Blickfeld der Marktteilnehmer. Die Kombination aus politischer Entflechtung und dem Ausbau des Neugeschäfts bleibt der zentrale Treiber für die weitere Kursentwicklung.
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