Uniper liefert in einem nervösen Gasmarkt eine klare Botschaft: Der Konzern sieht sich heute deutlich robuster aufgestellt als in früheren Krisen. Die Quartalszahlen vom 12. Mai zeigen vor allem eines: Das Gasportfolio ist weniger anfällig für Schocks aus dem Nahen Osten. Für die Aktie zählt nun, ob daraus mehr wird als nur ein gutes erstes Halbjahr.
Gasportfolio federt Risiken ab
Vorstandschef Michael Lewis stellte die neue Widerstandsfähigkeit deutlich heraus. Uniper beziehe derzeit kein LNG aus dem Nahen Osten, sagte er in der Mitteilung. Das Beschaffungsportfolio sei breiter aufgestellt und damit besser gegen extreme Marktbewegungen geschützt.
Das ist für Uniper mehr als eine Randnotiz. Der Konzern war in der Energiekrise besonders verletzlich, weil Lieferausfälle und Preisexplosionen das Geschäftsmodell massiv belasteten. Nun zeigt sich, dass die Neuaufstellung im Handel greift.
Die Aktie spiegelt diese Erholung bereits teilweise wider. Am Mittwoch notiert sie bei 43,95 Euro, praktisch unverändert zum Vortag. Seit Jahresanfang steht trotzdem ein Plus von 30,80 Prozent auf der Kurstafel.
Der Abstand zum jüngsten Hoch bleibt überschaubar. Allerdings ist die Erwartungshaltung damit gestiegen. Gute Zahlen allein reichen nicht mehr, wenn das Management zugleich auf eine schwächere zweite Jahreshälfte vorbereitet.
Handel dreht ins Plus
Der auffälligste Punkt im Quartal ist die Wende im Segment Greener Commodities. Dort erzielte Uniper ein bereinigtes EBITDA von 66 Millionen Euro, nach einem Verlust von 492 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Grund liegt vor allem im Gasgeschäft.
Mehrjährige Optimierungsaktivitäten hatten das Ergebnis im Vorjahr noch deutlich belastet. Dieser negative Effekt fiel nun weg. Das macht den Vergleich stark, erklärt aber auch, warum der Schwung nicht einfach linear fortgeschrieben werden kann.
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Operativ lief nicht alles glatt. Eine ungeplante Abschaltung des schwedischen Kernkraftwerks Oskarshamn belastete das Ergebnis. Niedrige Wasserzuflüsse in der deutschen Wasserkraft kamen hinzu.
Für das Gesamtjahr hält Uniper an der Prognose fest. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 1,0 und 1,3 Milliarden Euro liegen, das bereinigte Nettoergebnis zwischen 350 und 600 Millionen Euro. Der Konzern erwartet dabei eine stärkere Ergebnisballung in der ersten Jahreshälfte.
Kapazitätsmarkt wird zum Hebel
Neben dem laufenden Geschäft rückt der deutsche Kapazitätsmarkt stärker in den Vordergrund. Das geplante Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz soll einen Rahmen für neue Kraftwerksinvestitionen schaffen. Für Uniper passt das zur Strategie, flexible und künftig wasserstofffähige Erzeugung auszubauen.
Die ersten Auktionen sind für September und Dezember 2026 geplant. Kommerzielle Inbetriebnahmen sollen bis November 2031 möglich sein. Lewis sieht Uniper dafür gut vorbereitet und verweist auf zunächst zwei wasserstofffähige Kraftwerksprojekte.
Ein Baustein liegt am Standort Staudinger in Hessen. Dort hat Uniper eine vorläufige Genehmigung für eine wasserstofffähige Gasanlage erhalten. Den ersten Teilgenehmigungsantrag für die Untergrundinfrastruktur plant der Konzern im dritten Quartal 2026.
Im Hintergrund bleibt die Reprivatisierung ein struktureller Faktor. Bis 2028 muss der Bund seinen Anteil auf 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren. Für die nächsten Monate dürfte daher eine doppelte Messlatte gelten: Uniper muss die operative Stabilisierung halten und zugleich zeigen, dass der Kapazitätsmarkt tatsächlich zum Investitionspfad passt.
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