Unilever treibt seinen radikalen Umbau voran. Mit dem Verkauf der Lebensmittelsparte an McCormick für fast 45 Milliarden Dollar trennt sich der Konzern von Traditionsmarken wie Knorr und Hellmann’s. Während sich die Muttergesellschaft künftig auf Körperpflege und Haushalt konzentriert, ist hinter den Kulissen bereits ein Wettbewerb um den künftigen Börsenplatz der neuen Food-Einheit entbrannt.
Strategischer Fokus auf Körperpflege
Die Transaktion, die als sogenannter Reverse Morris Trust strukturiert ist, markiert einen Wendepunkt für Unilever. Das Ziel ist die Transformation zu einem spezialisierten Unternehmen für Schönheits-, Körper- und Haushaltspflege. Im Rahmen der Vereinbarung erhält Unilever eine Barzahlung von 15,7 Milliarden USD und behält einen Anteil von 9,9 Prozent an dem neuen, erweiterten McCormick-Unternehmen. Die Unilever-Aktionäre werden künftig die Mehrheit von 65 Prozent an der neu geformten Organisation halten.
Hinter diesem Schritt steht eine klare Portfolioreinigung. Die verkaufte Lebensmittelsparte erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von 12,9 Milliarden EUR. Das verbleibende Kerngeschäft von Unilever ist mit einem Jahresumsatz von 37,6 Milliarden EUR deutlich größer und profitabler. Durch die Trennung will das Management die Komplexität reduzieren und das Wachstum in den verbleibenden Segmenten beschleunigen.
Finanzielle Ziele und Aktienrückkäufe
Für das neue Lebensmittel-Schwergewicht, das Marken wie Marmite und Knorr vereint, sind die Ambitionen hoch. Das fusionierte Unternehmen strebt mittelfristig eine deutliche Steigerung der Profitabilität an.
Die wichtigsten Finanzziele und Eckpunkte:
– Erwarteter Pro-forma-Jahresumsatz: ca. 20 Milliarden USD
– Organisches Umsatzwachstum: 3 bis 5 Prozent (bis zum dritten Jahr nach Abschluss)
– Angestrebte operative Marge: 23 bis 25 Prozent
– Geplanter Aktienrückkauf bei Unilever: 6 Milliarden EUR (Zeitraum 2026–2029)
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Das durch den Verkauf generierte Kapital soll direkt in die Erreichung interner Finanzziele fließen. Insbesondere das umfangreiche Rückkaufprogramm unterstreicht die Absicht, den Shareholder Value nach der Abspaltung zu steigern.
Kampf der Finanzplätze
Ein interessanter Nebenschauplatz des Deals ist das Ringen um das Zweitlisting der neuen McCormick-Einheit. Sowohl London als auch Amsterdam bemühen sich aktiv darum, das Unternehmen an ihre jeweiligen Börsen zu locken. Dies verdeutlicht die Bedeutung der Transaktion für die europäischen Finanzmärkte, da hier ein neuer globaler Branchenriese entsteht.
Der Abschluss der Transaktion ist für Mitte 2027 vorgesehen. Bis dahin stehen noch umfangreiche Prüfungen durch die Regulierungsbehörden aus, darunter die FTC in den USA sowie die Wettbewerbshüter in der EU und Großbritannien. Erst nach diesen Freigaben wird endgültig feststehen, ob der ehrgeizige Zeitplan und die Standortwahl wie geplant umgesetzt werden können.
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