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Unicredit: €11 Milliarden Gewinnziel bis 2026

UniCredit präsentiert im Mai Quartalszahlen und eine außerordentliche Hauptversammlung. Die Übernahmestrategie und Kapitalbasis stehen im Fokus der Anleger.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Quartalszahlen und Hauptversammlung im Mai
  • Übernahmeziel laut Orcel überbewertet
  • Ausschüttungsziel von 80 Prozent geplant
  • Kapitalerhöhung für Tauschangebot nötig

Anfang Mai wird für UniCredit zum Stresstest. Die italienische Großbank präsentiert ihre Quartalszahlen zeitgleich mit einer außerordentlichen Hauptversammlung — ein bewusstes Signal, dass die Strategie „UniCredit Unlimited“ in die heiße Phase tritt.

Ambitionierte Ziele, komplexe Ausgangslage

Das Management hat die Messlatte hoch gelegt: Ein Nettogewinn von rund 11 Milliarden Euro und eine Eigenkapitalrendite von über 20 Prozent sind die langfristigen Ankerpunkte. Das Wachstumsmodell stützt sich auf 13 Banken in Europa, die im Verbund jährlich sieben Prozent Gewinnwachstum liefern sollen.

Die Kursentwicklung spiegelt die Unsicherheit wider. Mit 64,30 Euro liegt die Aktie rund 18 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Februar — und knapp vier Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Das Jahresplus der vergangenen zwölf Monate von gut 24 Prozent täuscht über die jüngste Schwäche hinweg.

Bewertungsstreit um das Übernahmeziel

Ein offener Konflikt prägt die Vorbereitungen auf das Tauschangebot: UniCredit-Chef Andrea Orcel hat das Übernahmeziel öffentlich als überbewertet bezeichnet — die Bewertungslücke zum Sektor habe sich seit Ende 2024 weitgehend geschlossen. BofA Global Research sieht das anders. Die US-Bank stufte das Zielunternehmen kürzlich auf „Buy“ hoch und setzte das Kursziel auf 42 Euro — gestützt auf höhere Zinserträge und Kapitaloptimierungen.

Diese Divergenz ist mehr als ein akademischer Streit. Sie bestimmt, zu welchen Konditionen UniCredit das Tauschangebot formal startet — und wie Aktionäre beider Seiten reagieren werden.

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Kapitalrückflüsse als Anker

Parallel zur Übernahmestrategie hält das Management an einer großzügigen Ausschüttungspolitik fest. Nach der Dividendenzahlung von rund 1,72 Euro je Aktie Ende April gilt ab diesem Frühjahr ein Ausschüttungsziel von 80 Prozent des Nettogewinns — hälftig als Bardividende, hälftig über Aktienrückkäufe, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigung. Für das Gesamtjahr 2025 hatte die Bank bereits eine ordentliche Gesamtausschüttung von 9,5 Milliarden Euro eingeplant.

Was im Mai auf dem Spiel steht

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung werden Aktionäre über eine Kapitalerhöhung abstimmen, die das Tauschangebot erst ermöglicht. Direkt im Anschluss soll das Angebot formal lanciert werden, die Annahmefrist ist auf vier Wochen angelegt. Das wäre der Abschluss von über 18 Monaten Vorarbeit.

Entscheidend für die Glaubwürdigkeit des gesamten Vorhabens ist dabei die Kapitalbasis: UniCredit peilt eine harte Kernkapitalquote zwischen 12,5 und 13 Prozent an — auch nach einer möglichen Großübernahme. Ob die Q1-Zahlen diesen Puffer bestätigen, wird die Stimmung auf der Hauptversammlung maßgeblich beeinflussen.

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