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Unicredit Aktie: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Marktmanipulation

UniCredit hält 42,5 Prozent an der Commerzbank, doch die Staatsanwaltschaft prüft mögliche Marktmanipulation. Die Übernahme wird zum strategischen Pokerspiel.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • 42,5 Prozent wirtschaftliche Beteiligung erreicht
  • Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Marktmanipulation
  • Commerzbank lehnt aktuelles Angebot ab
  • Aktienkurs steigt auf 79,85 Euro

Die italienische Großbank hält nach eigenen Angaben 42,5 Prozent der wirtschaftlichen Anteile an der Commerzbank – trotz Widerstands aus Berlin und Frankfurt. Ein strategisches Pokerspiel, das nun auch die Staatsanwaltschaft auf den Plan ruft.

Der Deal dürfte komplizierter werden als zunächst gedacht. UniCredit hat die Beteiligung über drei Kanäle aufgebaut: 26,77 Prozent direkt gehaltene Aktien, 3,22 Prozent über Derivate und 12,51 Prozent aus der ersten Übernahmefrist. Die zweite Annahmephase läuft noch bis Anfang Juli, die endgültigen Ergebnisse werden für den 8. Juli erwartet.

Strafrechtliche Dimension

Das Twistende: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. Auslöser sind Zweifel des Commerzbank-Managements an der gemeldeten Höhe der institutionellen Unterstützung. Der Vorwurf: mögliche Marktmanipulation. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin prüft parallel die Beteiligungszahlen.

Strategische Fronten bleiben hart

Die Commerzbank hält formal an ihrer Ablehnung fest. Das aktuelle Angebot – 0,485 UniCredit-Aktien pro Commerzbank-Anteil – schaffe keinen ausreichenden Mehrwert für die Aktionäre. Stattdessen setzt der Vorstand auf die hauseigene „Momentum 2030″-Strategie: ein Nettogewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro bis 2026, rund 5,9 Milliarden bis 2030.

UniCredit zeigt sich unbeeindruckt. Die Mailänder lassen keinen Spielraum für bessere Konditionen erkennen. Die EZB beobachtet die Entwicklung genau – steigt der Stimmrechtsanteil über 50 Prozent, drohen strengere Eigenkapitalvorschriften.

Kurs im Höhenflug

Die Aktie notierte am Freitag bei 79,85 Euro – binnen einer Woche ein Plus von 9,2 Prozent, auf Jahressicht ein Gewinn von 45,4 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 80,91 Euro beträgt nur noch gut ein Prozent. Die US-Bank Bank of America hat UniCredit kürzlich zum Top-Pick unter den europäischen Banken gekürt und das Kursziel auf 100 Euro angehoben.

Das zweite Annahmefenster der Übernahme läuft. Eine regulatorische Entscheidung wird nicht vor der ersten Jahreshälfte 2027 erwartet.

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