UniCredit rückt der Kontrolle über die Commerzbank immer näher. Die italienische Großbank hat ihre Beteiligung massiv ausgebaut und steuert auf die faktische Mehrheit der Stimmrechte zu. Dieser Expansionskurs hat nun konkrete Folgen für die Kreditwürdigkeit.
Moody’s prüft Upgrade
Die Ratingagentur Moody’s reagierte am Dienstagabend auf die jüngsten Entwicklungen. Sie prüft das Stand-alone-Rating der UniCredit für eine mögliche Heraufstufung von „baa2“ auf „baa1“. Die Folge: Ein möglicher Rating-Sprung für die gesamte Gruppe.
Voraussetzung für die bessere Note sind die nötigen regulatorischen Genehmigungen. Sobald UniCredit die Commerzbank offiziell konsolidiert, sieht die Agentur ein verbessertes Finanzprofil. Parallel dazu könnten auch die Ratings für nachrangige Anleihen des Konzerns steigen.
Mehrheit der Stimmrechte im Visier
Die Italiener halten mittlerweile fast alle Trümpfe in der Hand. Nach Abschluss der Annahmefrist für das freiwillige Angebot kontrolliert die Bank zusammen mit Finanzinstrumenten rund 49,65 Prozent der Stimmrechte. Die Commerzbank hält selbst eigene Aktien ohne Stimmrecht, was das Gewicht der UniCredit weiter erhöht.
In Berlin zeichnet sich währenddessen eine Kehrtwende ab. Regierungsvertreter rücken offenbar von ihrer totalen Blockadehaltung ab. Sie fordern nun konkrete Zusagen für das Mittelstandsgeschäft und den Erhalt des Standorts Frankfurt.
Finanzielle Stärke stützt Expansionskurs
Operativ agiert die UniCredit aus einer Position der Stärke. Analysten kalkulieren für das zweite Quartal mit einem Umsatz von etwa 6,5 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie soll laut Konsensschätzung zwischen 1,84 Euro und 1,93 Euro liegen.
Anleger honorierten die Strategie zuletzt deutlich. Die Aktie legte in den vergangenen zwölf Monaten um rund 39 Prozent zu. Damit notiert das Papier nur knapp unter seinem aktuellen Jahreshoch.
Das Management verfügt über reichlich Spielraum für die weitere Integration. Die Kapitalquote liegt deutlich über dem internen Zielwert von rund 10,24 Prozent. Damit ist die finanzielle Basis für die finale Phase der Commerzbank-Übernahme gesichert.
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