UniCredit lässt bei der Commerzbank nicht locker. Trotz des Widerstands aus Frankfurt weitet die italienische Großbank die Frist für ihr Umtauschangebot aus. Das Ringen um die Vorherrschaft im deutschen Bankensektor geht damit in die Verlängerung.
Die Führung der Commerzbank riet ihren Aktionären offiziell, die Offerte abzulehnen. Bisher stieß der Vorstoß auf wenig Gegenliebe. Bis Ende Juni reichten Investoren lediglich gut ein Prozent der Anteile zum Umtausch ein.
UniCredit reagiert nun mit einer taktischen Fristverlängerung. Die Bank hält an ihrem langfristigen Ziel fest. Marktbeobachter rechnen damit, dass die Italiener eine Beteiligung von 42,5 Prozent anstreben.
Kurs unter Druck
Die Reibereien zwischen Mailand und Frankfurt belasteten zuletzt den Aktienkurs. Das Papier beendete die Handelswoche bei 76,94 Euro. Auf Sicht von sieben Tagen verlor der Titel damit 3,64 Prozent.
Trotz dieser Korrektur bleibt der Aufwärtstrend intakt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 7,32 Prozent zu Buche. Auf Jahressicht legte die Aktie sogar um über 36 Prozent zu. Allerdings notiert sie aktuell knapp fünf Prozent unter ihrem Juni-Hoch von 80,91 Euro.
Der Kurs hält sich stabil über technischen Marken. Die Notierung liegt aktuell deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 71,99 Euro. Der Relative-Stärke-Index signalisiert nach dem jüngsten Rücksetzer eine neutrale Dynamik.
Konsolidierung in Italien
Die Fusionswelle erfasst derweil den gesamten italienischen Finanzsektor. Intesa Sanpaolo plant parallel dazu die Übernahme von Monte dei Paschi di Siena bis Ende 2026. Diese Fantasie trieb den Mailänder Leitindex FTSE MIB zuletzt über die Marke von 53.000 Punkten.
Anleger blicken nun gespannt auf die Annahmequoten der kommenden Wochen. Ein Erfolg der UniCredit hängt maßgeblich von der Bereitschaft der Commerzbank-Aktionäre ab. Neue Fusionsrichtlinien der EU könnten den Rahmen für solche Großdeals künftig verändern.
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