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Umicore Aktie: Starkes Comeback

Der belgische Materialtechnologie-Konzern Umicore steigerte 2025 Gewinn und Marge deutlich, wobei die Batteriesparte weiterhin unter Druck steht. Die Bilanz wurde durch eine Gold-Transaktion gestärkt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Starker Anstieg von EBITDA und Marge
  • Gold-Verkauf stärkt Bilanz erheblich
  • Batteriesparte erreicht nur Gewinnschwelle
  • Solide Entwicklung in Katalyse und Recycling

Der belgische Materialtechnologie-Konzern Umicore hat am 20. Februar 2026 seine Geschäftszahlen für 2025 vorgelegt – und zeigt sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen in bemerkenswert robuster Verfassung. Das bereinigte EBITDA kletterte um 11 Prozent auf 847 Millionen Euro, während die EBITDA-Marge von 22 auf 24 Prozent zulegte. Der Gewinn je Aktie verbesserte sich um 13 Prozent auf 1,20 Euro.

Besonders bemerkenswert: Umicore hat sein Effizienzziel von 100 Millionen Euro voll erreicht und damit die Inflationseffekte mehr als ausgeglichen. Die Nettoverschuldung sank auf 1,4 Milliarden Euro, was einem Verschuldungsgrad von nur noch 1,6 im Verhältnis zum EBITDA entspricht – deutlich unter dem befürchteten Höchststand von 2,5.

Goldgeschäft bringt frisches Kapital

Ein strategischer Schachzug verschaffte dem Konzern zusätzliche Luft: Der Verkauf und die anschließende Rückanmietung der permanent gebundenen Goldbestände spülte 525 Millionen Euro in die Kasse. Diese Transaktion stärkte die Bilanz, ohne die operative Flexibilität einzuschränken. Gleichzeitig verlagerte sie das langfristige Preisrisiko nach außen.

Die Investitionsausgaben fielen mit 310 Millionen Euro deutlich niedriger aus als die ursprünglich geplanten 400 Millionen Euro. Diese Disziplin zahlte sich aus: Der operative Free Cashflow erreichte 524 Millionen Euro.

Batteriesparte bleibt Sorgenkind

Während die Kerngeschäfte glänzten, kämpft die Batteriematerialsparte weiterhin. Der Umsatz stieg zwar um 11 Prozent auf 436 Millionen Euro, doch das bereinigte EBITDA erreichte mit minus 21 Millionen Euro gerade die Gewinnschwelle. Verantwortlich sind die schleppende Elektrifizierung in Europa und vor allem in den USA, wo die neue Administration die Förderung von Elektrofahrzeugen zurückfährt.

CEO Bart Sap betonte die wachsende Bedeutung von Take-or-Pay-Klauseln in den Kundenverträgen. Diese garantieren Zahlungen auch bei Liefermengen-Unterschreitungen und federn die Investitionen ab. Konkrete Zahlen nannte er nicht, doch die Kompensationen trugen wesentlich zum Umsatzanstieg bei.

Katalysator- und Recyclinggeschäft überzeugen

Das Katalyse-Segment lieferte trotz rückläufiger Produktion von Verbrennungsmotoren solide Zahlen. Der Umsatz blieb mit 1,67 Milliarden Euro stabil, das bereinigte EBITDA stieg um 4 Prozent auf 450 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge erreichte starke 27 Prozent.

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Das Recycling-Geschäft profitierte vom anhaltend hohen Preisniveau bei Edelmetallen. Der Umsatz kletterte um 5 Prozent auf 947 Millionen Euro, das EBITDA blieb mit 371 Millionen Euro stabil. Allerdings belasteten niedrigere durchschnittliche Absicherungspreise und vorübergehende Prozessineffizienzen.

Besonders dynamisch entwickelte sich die Sparte Specialty Materials. Hier sprang das EBITDA um 16 Prozent auf 108 Millionen Euro nach oben. Treiber waren die starke Nachfrage nach Germanium-Produkten und höhere Kobalt-Aufschläge.

Vorsichtiger Ausblick für 2026

Für 2026 verzichtet Umicore auf eine konkrete Prognose und verweist auf die anhaltend hohe Marktvolatilität. Das Management erwartet aber eine weitere EBITDA-Steigerung. Die Investitionsausgaben sollen zwischen 310 und 400 Millionen Euro liegen, wobei selektive Wachstumsprojekte in den Kerngeschäften im Vordergrund stehen.

In der zweiten Jahreshälfte 2026 will der Konzern über den Ausbau seiner Edelmetall-Raffinerie in Hoboken entscheiden. Das Projekt würde die Kapazitäten für Kupfer und Nickel erhöhen und ein 18. Metall – Kobalt – in die Prozesse integrieren.

Die Aktie reagierte auf die Zahlen zunächst mit einem Minus von 2,69 Prozent auf 18,58 Euro. Langfristig bleibt die Performance aber beeindruckend: Über zwölf Monate legte der Titel um 113 Prozent zu, in den vergangenen sechs Monaten um 36 Prozent. Bei einem KGV von 33,7 und einem PEG-Verhältnis von 0,33 sehen Analysten weiteres Potenzial.

Die vorgeschlagene Dividende von 0,50 Euro je Aktie entspricht einer Ausschüttungsquote von 42 Prozent – das 28. Jahr in Folge mit Dividendenzahlung.

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