Ubtech Robotics hat am Freitag mit seinem Halbjahresbericht die Wende bei den Humanoiden-Verkäufen dokumentiert – und die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von 7,6 Prozent auf 9,48 Euro. Der Bericht zeigt, dass sich das lange erwartete Massengeschäft mit humanoiden Robotern nun in den Zahlen niederschlägt.
Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Konzernumsatz um 104,2 Prozent auf 1,269 Milliarden Renminbi. Der Bruttogewinn legte um 160,9 Prozent auf 567 Millionen Renminbi zu, die Bruttomarge verbesserte sich auf 44,7 Prozent.
Der Nettoverlust schrumpfte um 23,0 Prozent auf 339 Millionen Renminbi – Ubtech bleibt also weiterhin defizitär, doch die Verlustquote sinkt spürbar schneller als in früheren Perioden.
Humanoide werden zum Wachstumstreiber
Besonders auffällig ist die Entwicklung im Kerngeschäft: Der Umsatz mit vollwertigen humanoiden Robotern mit verkörperter Intelligenz schnellte um 1.445,0 Prozent auf 590 Millionen Renminbi nach oben. Insgesamt verkaufte Ubtech im ersten Halbjahr 16.123 humanoide Roboter, ein Plus von 268,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von den vollwertigen Modellen setzte das Unternehmen 921 Einheiten ab – eine Steigerung von 1.946,7 Prozent.
Diese Zahlen untermauern, dass Ubtech den Übergang vom Nischenanbieter zum Serienhersteller vollzieht. Um das Tempo zu halten, investierte das Unternehmen im ersten Halbjahr mehr als 300 Millionen Renminbi in Forschung und Entwicklung und beschäftigte dafür 1.103 Ingenieure.
Auftragsbücher füllen sich weiter
Parallel zu den Halbjahreszahlen meldet Ubtech Fortschritte bei künftigen Lieferungen. Die neue Produktlinie hat nach Unternehmensangaben bereits mehr als 13.000 Bestellungen über verschiedene Vertriebskanäle eingesammelt, die ersten Auslieferungen sind für den 16. September geplant. Medienberichten zufolge lag die Zahl der Vorbestellungen für die U1-Serie zuletzt bei 13.361 Einheiten, ebenfalls mit Auslieferungsstart Mitte September.
Auf der Partnerseite verkündete Ubtech am 26. August auf der World Robot Conference eine Absichtserklärung mit Singtel. Beide Unternehmen wollen gemeinsam Anwendungen für Unternehmenskunden entwickeln, die Ubtechs Humanoide mit dem 5G-Netz und der Firmenkundenbasis von Singtel verknüpfen.
Aktie bleibt volatil, Bewertung unter Vorjahresniveau
Trotz des jüngsten Kurssprungs notiert das Papier weiterhin 44 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 17,00 Euro, das im Januar erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 34 Prozent zu Buche, die Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt annualisiert bei 57 Prozent – ein Hinweis darauf, dass der Markt die operativen Fortschritte noch nicht in eine stabile Neubewertung übersetzt hat.
Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 12,03 Euro beträgt weiterhin 21 Prozent, was auf einen noch nicht abgeschlossenen mittelfristigen Abwärtstrend hindeutet.
Reuters ordnete die Marktlage Ende August ein und beschrieb den chinesischen Humanoiden-Sektor insgesamt als früh in seiner Entwicklung. Als Beleg für die Nachfrage verwies die Nachrichtenagentur auf eine frühere Ausschreibung der Provinzregierung Guangxi im Volumen von 18 Millionen Dollar, an der Ubtech beteiligt war.
Für Anleger bleibt damit die zentrale Frage, ob sich das aktuelle Bestellwachstum in den kommenden Quartalen in nachhaltige Profitabilität übersetzen lässt.
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