Ubtech Robotics beginnt heute mit der Auslieferung seiner humanoiden Roboterserie U1. Nach Angaben aus Medienberichten haben Vertriebspartner bereits mehr als 13.000 Bestellungen für die Modellreihe eingereicht. Für den chinesischen Hersteller ist dies der bislang konkreteste Beleg dafür, dass sich das Wachstum bei humanoiden Robotern auch in der Breite fortsetzt.
Die U1-Serie war im Juni gemeinsam mit den Modellen Cruzr Y1 und Walker C1 vorgestellt worden. Während Cruzr Y1 auf die industrielle Fertigung zielt und Walker C1 im kommerziellen Servicebereich eingesetzt wird, ist U1 für den Heim- und Konsumbereich konzipiert. Mit dem Start der Auslieferungen verlässt Ubtech damit den reinen Industrie- und Forschungskontext und wagt den Schritt in einen deutlich größeren Massenmarkt.
Umsatz verdoppelt, Verlust schrumpft deutlich
Rückenwind erhält die Auslieferung durch die Ende August vorgelegten Halbjahreszahlen. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 104,2 Prozent auf 1,269 Milliarden Renminbi, der Bruttogewinn kletterte um 160,9 Prozent auf 567 Millionen Renminbi. Der Nettoverlust verringerte sich um 23,0 Prozent auf 339 Millionen Renminbi, der bereinigte EBITDA-Verlust schrumpfte sogar um 45,9 Prozent.
Besonders auffällig entwickelte sich das Kerngeschäft mit vollwertigen humanoiden Robotern mit verkörperter KI: Der Absatz sprang im ersten Halbjahr um 1.946,7 Prozent auf 921 Einheiten, der zugehörige Umsatz wuchs um 1.445,0 Prozent auf 590 Millionen Renminbi.
Über alle humanoiden Robotermodelle hinweg verkaufte Ubtech insgesamt 16.123 Einheiten, ein Plus von 268,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen steckte im gleichen Zeitraum mehr als 300 Millionen Renminbi in Forschung und Entwicklung, die Ingenieursmannschaft wuchs auf 1.103 Mitarbeiter.
Partnerschaften erweitern die Basis
Neben dem eigenen Produktgeschäft baut Ubtech sein Partnernetzwerk aus. Beim World Robot Conference im August unterzeichnete das Unternehmen ein Memorandum of Understanding mit dem singapurischen Telekommunikationskonzern Singtel, um Anwendungen für Unternehmenskunden zu entwickeln, die Ubtechs humanoide Roboter mit dem 5G-Netz und der Firmenkundenbasis von Singtel verbinden.
Wenige Tage zuvor hatte Ubtech mit BASiC Semiconductor eine Kooperation im Bereich Siliziumkarbid-Halbleiter für Plattformen mit mehr als 96 Volt geschlossen – eine Technologie, die für leistungsfähigere Antriebe in künftigen Robotergenerationen relevant ist.
Zusätzlich schloss Ubtech im August die Übernahme einer 43,01-prozentigen Beteiligung an Fenglong Shares ab und übernahm damit die Kontrolle über das Unternehmen, das seit April 2026 in die Konzernbilanz einfließt.
Reuters hatte zudem berichtet, dass Ubtech im vergangenen Oktober einen Auftrag der Regionalregierung von Guangxi im Wert von 18 Millionen US-Dollar gewonnen hatte, um eine Trainingseinrichtung für humanoide Roboter mit Hardware auszustatten – ein älterer, aber weiterhin relevanter Beleg für das Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich die operative Dynamik bislang nicht wider. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 8,81 Euro, nach einem Tagesverlust von 2,1 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 39 Prozent zu Buche, das Papier notiert damit rund 48 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 17,00 Euro aus dem Januar.
Zum 52-Wochen-Tief von 8,50 Euro Ende Juli beträgt der Abstand dagegen nur 3,7 Prozent – die Aktie bewegt sich also in unmittelbarer Nähe ihres Jahrestiefs. Anleger honorieren das starke Umsatzwachstum bislang kaum, solange der Konzern operativ noch tief in den roten Zahlen steckt.
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