Startseite » Asien-Märkte » Ubtech: 1.079 Roboter ausgeliefert, 790 Millionen Verlust

Ubtech: 1.079 Roboter ausgeliefert, 790 Millionen Verlust

Ubtech liefert 2025 über tausend humanoide Roboter aus, bleibt aber trotz Margenverbesserung tief in den roten Zahlen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekord bei humanoiden Industrierobotern
  • Aktie verliert trotz Rekordverkäufen
  • Wachstum durch Kapitalerhöhungen finanziert
  • Nettoverlust schrumpft, bleibt aber hoch

Ubtech Robotics hat 2025 mehr humanoide Industrieroboter ausgeliefert als jedes andere Unternehmen zuvor. Die Börse honoriert das nicht. Anleger fragen sich zunehmend, wie viel von jedem verkauften Roboter am Ende tatsächlich als Gewinn übrig bleibt.

Eine brutale Woche für die Aktie

Die Aktie schloss den Freitag bei 8,73 Euro, ein Rückgang von 5,84 Prozent an einem einzigen Handelstag. Der Kurs notiert damit nur 1,5 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 8,60 Euro, das erst vor wenigen Tagen markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits 39,37 Prozent an Wert verloren.

Der Chart bestätigt die Schwäche über alle Zeiträume. Sämtliche gleitenden Durchschnittslinien zeigen nach unten, der Relative-Stärke-Index deutet auf überverkaufte Bedingungen hin, ohne eine Bodenbildung zu bestätigen. Die Handelsspannen der vergangenen Wochen fielen dabei außergewöhnlich heftig aus.

Was ein Roboter wirklich kostet

Ubtech legte Ende März die Jahreszahlen für 2025 vor. Das Unternehmen lieferte 1.079 humanoide Industrieroboter aus, nach nur drei Einheiten im Vorjahr. Ubtech bezeichnet sich damit als erstes Unternehmen weltweit, das mehr als tausend industrielle Humanoide ausgeliefert hat.

Die Sparte für ausgewachsene KI-Humanoide erzielte 2025 einen Umsatz von 820 Millionen Yuan. Das entspricht einem Plus von 2.203,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Stückzahl selbst schoss um mehr als 35.800 Prozent nach oben.

Teilt man den Umsatz durch die Stückzahl, ergibt sich ein durchschnittlicher Verkaufspreis von rund 760.000 Yuan pro Roboter, umgerechnet etwa 110.593 US-Dollar. Die Bruttomarge dieser Produktlinie lag bei 54,6 Prozent.

Konkurrent Unitree kommt auf mehr als 5.500 ausgelieferte Einheiten, die höchste Stückzahl weltweit. Der Vertriebskostenanteil sank binnen weniger Jahre von 21 auf 6,51 Prozent. Unitree setzt auf günstigere Massenware, Ubtech dagegen auf teurere Industriemaschinen für den Fabrikeinsatz.

Wachstum auf Pump

Ubtech finanziert sein Wachstum überwiegend über den Kapitalmarkt, nicht aus dem operativen Geschäft. Allein 2025 platzierte das Unternehmen drei Mal neue H-Aktien und sammelte dabei umgerechnet rund 5,78 Milliarden Yuan ein.

Im November 2025 folgte die sechste und bislang größte Kapitalerhöhung, mit einem Volumen von 3,11 Milliarden Hongkong-Dollar. Die fünf vorangegangenen Platzierungen hatten bereits 4,37 Milliarden Hongkong-Dollar eingebracht. Trotz dieser wiederholten Verwässerung hatte sich der Kurs zum Zeitpunkt der November-Platzierung seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt – ein Gewinn, der inzwischen komplett verpufft ist.

Ein Teil des frischen Kapitals floss im Dezember direkt weiter. Ubtech unterschrieb eine Vereinbarung, um 43 Prozent an Fenglong Co., Ltd. zu übernehmen, kombiniert aus Anteilskauf und Übernahmeangebot. Nach der ersten Tranche soll der Anteil auf 29,99 Prozent steigen. Das Management bezeichnet den Schritt als vertikale Integration in die Zulieferkette für Servomotoren, nicht als reine Diversifikation.

Marge steigt, Verlust bleibt

Die Gesamt-Bruttomarge des Konzerns verbesserte sich von 28,7 auf 37,7 Prozent. Der Wechsel im Produktmix hin zu höhermargigen Humanoiden gilt als wesentlicher Treiber dieser Verbesserung.

Der Nettoverlust schrumpfte um 31,9 Prozent auf 790 Millionen Yuan. Ubtech bleibt damit trotz des Rekordabsatzes tief in den roten Zahlen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen binnen eines Jahres von 913 Millionen auf 1,302 Milliarden Yuan. Das Unternehmen nennt verzögerte Zahlungen von staatsnahen Kunden als möglichen Belastungsfaktor für den Cashflow.

Im kommenden Berichtszyklus dürfte der Markt genau prüfen, ob sich ein Preis von rund 760.000 Yuan pro Roboter dauerhaft halten lässt. Oder ob er unter dem Druck günstigerer Konkurrenz wie Unitree deutlich fallen muss. Von der Antwort hängt ab, ob aus dem Stückzahlrekord irgendwann auch ein Gewinn wird.

Anzeige

Ubtech Robotics-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ubtech Robotics-Analyse vom 26. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Ubtech Robotics-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ubtech Robotics-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Ubtech Robotics: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Ubtech Robotics

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

Mit seiner Expertise unterstützt er Anleger dabei, die Chancen des Kapitalmarkts systematisch und langfristig zu nutzen – unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.