In London testet UBS die Zukunft des Bankings, in der Heimat kämpft der Konzern um seine Kapitaldecke. Bei der Schweizer Großbank prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Während die britische Finanzaufsicht UBS für ein exklusives KI-Programm auswählt, droht in Bern eine strenge Regulierungswelle. Das dürfte spannend werden.
Der Streit um neue Kapitalpuffer
Die Schweizer Regierung zieht Lehren aus dem Zusammenbruch der Credit Suisse. Ein neues Gesetz verlangt von UBS, ausländische Töchter vollständig mit Eigenkapital der Muttergesellschaft abzusichern. Der Konzern wehrt sich vehement. Das Management warnt vor weitreichenden Folgen für die heimische Wirtschaft.
Die Maßnahme könnte teuer werden. UBS müsste rund 20 Milliarden Dollar an zusätzlichen Puffern aufbauen. Das bedroht direkte Zahlungen an die Aktionäre. Das für 2026 geplante Aktienrückkaufprogramm über drei Milliarden Dollar steht auf der Kippe. Genau diese Summe müsste die Bank nach aktuellen Plänen in ihre Schweizer Tochter einschießen.
Milliarden-Einsparungen und KI-Tests
Operativ läuft die Integration der Credit Suisse indes nach Plan. UBS übertrifft die eigenen Ziele zur Kostensenkung deutlich. Alte IT-Systeme verschwinden, die rechtliche Struktur wird einfacher. Bis Ende 2026 peilt das Management nun Gesamteinsparungen von 13,5 Milliarden Dollar an.
Parallel dazu treibt die Bank technologische Innovationen voran. Die britische Finanzaufsicht FCA hat UBS in ihr neues KI-Testlabor aufgenommen. Gemeinsam mit anderen Instituten untersucht die Bank dort den sicheren Einsatz von künstlicher Intelligenz. Im Fokus stehen automatisierte Zahlungen und neue Modelle zur Kreditbewertung.
Fokus auf den Quartalsbericht
Die Börse reagiert auf die regulatorische Unsicherheit nervös. Seit Jahresbeginn hat die UBS-Aktie gut zwölf Prozent an Wert verloren und pendelt aktuell bei rund 35 Euro. Analysten bewerten die Lage unterschiedlich. Die Deutsche Bank rät zum Kauf, während Barclays auf Schwächen im US-Geschäft verweist.
Am 29. April legt UBS die Zahlen für das erste Quartal vor. Der Markt rechnet mit einem Nettogewinn von rund 2,4 Milliarden Dollar. Spätestens dann wird sich der Vorstand erneut zu den verschärften Kapitalregeln äußern. Diese Aussagen entscheiden letztlich darüber, wie viel Geld tatsächlich an die Aktionäre zurückfließt.
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