Die UBS liefert im dritten Quartal mehr Gewinn, als Experten erwartet hatten. Trotzdem rutscht die Aktie ab. Der Grund liegt im Kerngeschäft: Die Vermögensverwaltung lief schwächer als erhofft.
Gewinn über den Erwartungen
Der Konzerngewinn stieg um acht Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar. Vor Steuern und Umbaukosten legte das Ergebnis um 14 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar zu. Die Erträge wuchsen um 5 Prozent auf 13,35 Milliarden Dollar, während die Kosten um knapp zwei Prozent sanken.
An der Börse verfing das nicht. Die Aktie verlor am Vormittag fast drei Prozent auf 37,73 Franken und zählte zu den größten Verlierern im Schweizer Leitindex. Seit Jahresbeginn steht nur noch ein Plus von rund zwei Prozent zu Buche.
Vermögensverwaltung mit Dämpfer
In der globalen Vermögensverwaltung flossen netto 55,1 Milliarden Dollar neue Kundengelder zu. Das klingt stark. Über alle Bereiche hinweg verwaltete die Bank jedoch kaum mehr Vermögen als Ende Juni, gut 7,3 Billionen Dollar. Im Fondsgeschäft zogen Kunden netto 5,1 Milliarden Dollar ab.
Marktbeobachter dürften genau dort den Kern der Enttäuschung sehen: Der Zufluss kommt in den Büchern nicht in dem Maß an, das die Börse eingepreist hatte.
Integration fast abgeschlossen
Die Übernahme der Credit Suisse nähert sich dem Ende. Bislang hat die UBS brutto 13,2 Milliarden Dollar Kosten gegenüber 2022 eingespart. Bis Jahresende sollen es 13,7 Milliarden werden, zuvor waren rund 13,5 Milliarden angepeilt.
Beim Ausblick gibt sich die Führung zurückhaltend. Sie verweist auf makroökonomische Volatilität, geopolitische Spannungen und politische Unsicherheit, etwa durch die Wahlen in den USA. Für das Schlussquartal rechnet sie mit der üblichen saisonalen Abschwächung der Transaktionsvolumen.
Parallel läuft in der Schweiz die Debatte über strengere Kapitalvorgaben. Eine Nationalratskommission hält schärfere Eigenkapitalregeln für Auslandsbeteiligungen systemrelevanter Banken grundsätzlich für nötig. Über das Ausmaß gehen die Meinungen auseinander. Die UBS will sich nach eigener Darstellung weiter „konstruktiv“ einbringen.
Aktionäre warten auf Februar
Das laufende Rückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar soll bis Februar 2027 abgeschlossen sein. Mit den Zahlen zum vierten Quartal will die Bank dann bekanntgeben, wie viel Kapital sie 2027 an die Aktionäre zurückführt. Bis dahin dürfte die Kapitaldebatte in Bern den Kurs mitprägen.
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