Die UBS hat gestern höhere Einsparungen aus der Credit-Suisse-Integration in Aussicht gestellt, zugleich aber mit der Vermögensverwaltung Erwartungen enttäuscht. Damit liefern die Quartalszahlen ein gemischtes Bild: Fortschritten auf der Kostenseite stehen Schwächen bei den Erträgen gegenüber. Heute gewinnt die Aktie 2,9%; ein konkreter Auslöser für diese Gegenbewegung ist damit nicht belegt.
Für das dritte Quartal 2026 meldete UBS einen Nettogewinn von USD 2.690 Mio. und einen Vorsteuergewinn von USD 3.587 Mio. Laut Reuters blieb der Nettogewinn knapp hinter der Analystenkonsensschätzung zurück.
Entscheidend ist deshalb nicht allein die Gewinnhöhe. Die unterschiedliche Bewertung der Ertragsqualität erklärt, weshalb Analysten trotz desselben Zahlenwerks zu abweichenden Urteilen kommen.
Höheres Sparziel stützt die Integration
Die kumulierten Bruttokosteneinsparungen aus der Integration erreichten nach Unternehmensangaben USD 13,2 Mrd. Bis Ende 2026 erwartet UBS nun rund USD 13,7 Mrd.
Die Bank will die Integration bis zum Jahresende im Wesentlichen abschließen. Das angehobene Sparziel unterstreicht die Fortschritte bei der Zusammenführung. Es beantwortet allerdings nicht die Frage, wie überzeugend sich die Erträge im laufenden Geschäft entwickeln.
Zuvor hatte UBS kumulierte Einsparungen von rund USD 13,5 Mrd. angestrebt. Im Global Wealth Management flossen zugleich Nettoneugelder von USD 55,1 Mrd. zu.
Der Mittelzufluss und die kritisierten Erträge betreffen unterschiedliche Aspekte des Geschäfts. Neue Kundengelder sind daher nicht mit bereits erzielten Erträgen gleichzusetzen. Für Anleger kommt es darauf an, beide Größen getrennt zu bewerten.
JPMorgan und RBC setzen andere Schwerpunkte
JPMorgan beließ UBS gestern auf „Overweight“ mit einem Kursziel von CHF 50. Analyst Kian Abouhossein bezeichnete die Quartalsergebnisse als solide und verwies auf das Potenzial im Wealth Management in Asien.
Diese Einschätzung stellt die Entwicklungsmöglichkeiten des Geschäfts in den Vordergrund. Die Kritik anderer Analysten richtet sich dagegen stärker auf die Erträge des berichteten Quartals.
RBC Capital Markets bestätigte gestern „Outperform“ mit einem Kursziel von CHF 44. Das Haus bewertete die Ergebnisse als durchwachsen. Die Erträge hätten weitgehend den Schätzungen entsprochen, jene im Global Wealth Management jedoch enttäuscht.
Beide Häuser hielten damit an ihren positiven Einstufungen fest. Ihre Begründungen zeigen dennoch, dass die Zahlen keine einheitlich überzeugende operative Entwicklung erkennen lassen.
Kapitalregeln bleiben strategischer Unsicherheitsfaktor
Neben der Ertragsentwicklung beschäftigt UBS die geplante Verschärfung der Schweizer Eigenkapitalregeln. Reuters berichtete gestern, die Bank prüfe mögliche langfristige Folgen für den Standort Schweiz. CEO Sergio Ermotti erklärte, UBS habe es mit einer Entscheidung nicht eilig.
Zugleich bekräftigte die Bank ihre Bindung an das diversifizierte Geschäftsmodell und ihre globale Präsenz. Für Anleger stehen damit zwei Prüfsteine im Vordergrund: die Umsetzung der höheren Sparziele und eine überzeugendere Ertragsentwicklung in der Vermögensverwaltung. Die Ergebnisse des vierten Quartals 2026 sollen am 3. Februar 2027 veröffentlicht werden.
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