Die Generalversammlung lief geräuschlos durch. Alle Anträge angenommen, drei neue Verwaltungsräte gewählt — und trotzdem dominiert eine andere Frage: Wer führt UBS nach Sergio Ermotti?
Die Antwort ist ernüchternd klar. Noch niemand. Reuters berichtet, dass Ermotti bis weit in die zweite Hälfte von 2027 im Amt bleiben könnte. Der Verwaltungsrat findet keinen geeigneten Nachfolger — weder intern noch extern hat sich ein klarer Kandidat herauskristallisiert.
Kapitalstreit bindet den CEO
Der entscheidende Grund für die Verlängerung liegt in Bern. Die Schweizer Regulierer fordern schärfere Eigenkapitalregeln. Laut Reuters könnte UBS verpflichtet werden, bis zu 22 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital zu halten. Der Rahmen ist noch offen — eine Klärung dürfte sich bis mindestens 2028 hinziehen.
Ermotti gilt im Verwaltungsrat als unverzichtbar für diesen Streit. Solange die Kapitalfrage ungeklärt bleibt, will das Board keinen Wechsel an der Spitze riskieren. Kein Wunder: Die CS-Integration läuft parallel weiter, mit einem Abschluss frühestens Ende 2026 oder Anfang 2027.
Neues Board-Gewicht
Beim Umbau des Verwaltungsrats setzt UBS auf regulatorisches Schwergewicht. Agustín Carstens, ehemaliger BIZ-Generaldirektor und früherer Gouverneur der mexikanischen Zentralbank, zieht neu ein. Luca Maestri, über ein Jahrzehnt CFO bei Apple, ebenfalls. William C. Dudley und Jeanette Wong traten nicht zur Wiederwahl an.
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Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher erhielt mit 88 Prozent Zustimmung das schwächste Ergebnis aller Kandidaten. Für einen Routinevorgang ist das ein bemerkenswerter Wert — auch wenn er formal komfortabel ist.
Quartalszahlen am 29. April
Die Aktie notiert aktuell bei 36,61 Euro, rund 11 Prozent unter dem Jahreshoch von 41,10 Euro vom Januar. Seit Jahresbeginn liegt sie mit knapp 9 Prozent im Minus. Am 29. April folgen die Zahlen für das erste Quartal 2026.
Die Messlatte ist hoch: UBS hat im vergangenen Jahr erstmals verwaltete Vermögen von über 7 Billionen Dollar ausgewiesen und das Synergieziel aus der CS-Integration auf 13,5 Milliarden Dollar erhöht. Für 2026 peilt das Management eine Eigenkapitalrendite von rund 15 Prozent als Jahresend-Exit-Rate an. Ob das in einem Umfeld steigender Kapitalanforderungen erreichbar bleibt, werden die Q1-Zahlen erstmals konkret zeigen.
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