Während neue Handelszölle den Bankensektor belasten, blicken Aktionäre der UBS derzeit gebannt nach Bern. Der Bundesrat plant drastische Kapitalaufschläge für die Auslandsgeschäfte der Großbank. Ein sich abzeichnender politischer Kompromiss könnte die geforderte Milliardensumme nun jedoch deutlich abmildern.
Regulierungsdruck trifft auf Zollängste
Die geopolitischen Spannungen haben bei dem Schweizer Finanzinstitut Spuren hinterlassen. Seit Jahresbeginn verzeichnete der Titel einen Rückgang von rund 15 Prozent und rutschte knapp unter die 200-Tage-Linie. Verantwortlich für diesen Kursrutsch ist in erster Linie der globale Zollschock, der Bank- und Versicherungswerte branchenweit unter Druck setzt.
Das eigentliche Risiko für die Aktionäre liegt allerdings in der Heimat. Der Schweizer Bundesrat will im April festlegen, dass ausländische Tochtergesellschaften künftig vollständig mit Eigenmitteln unterlegt werden müssen – bisher lag die Quote bei rund 60 Prozent. Der ursprüngliche Entwurf sah Aufschläge von bis zu 26 Milliarden Dollar vor. Zudem sollen Banken-Software und latente Steueransprüche nach dem Willen der Regierung künftig nicht mehr zum Eigenkapital zählen.
Parlament signalisiert Entgegenkommen
Einem Bericht der Financial Times zufolge formiert sich im Parlament nun Widerstand gegen diesen harten Kurs. Eine Kerngruppe von Abgeordneten hält die Vorgaben für zu streng und signalisiert Kompromissbereitschaft. Konkret steht im Raum, latente Steueransprüche bis zu einer Obergrenze von zehn Prozent des CET1-Kapitals anzurechnen. Dieser Basel-III-konforme Ansatz würde die Belastung für die Bank in diesem Bereich von geschätzten 10,8 auf 6,2 Milliarden Dollar reduzieren. Im Mai wird der zuständige Wirtschaftsausschuss den Prozess übernehmen, bevor im Juni die parlamentarischen Debatten starten.
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Operativ geht das Institut gestärkt in diese entscheidenden Wochen. Mit einem Gesamtjahresgewinn von 7,8 Milliarden Dollar für 2025, kumulierten Kosteneinsparungen aus der CS-Integration von 10,7 Milliarden Dollar und verwalteten Vermögen von über 7 Billionen Dollar ist die Basis solide.
Der Terminkalender für den restlichen Monat bündelt nun die wichtigsten Ereignisse:
- 15. April: Generalversammlung in Basel mit der Wahl neuer Verwaltungsräte, darunter Ex-Apple-CFO Luca Maestri und der ehemalige BIZ-Generaldirektor Agustín Carstens.
- Ende April/Anfang Mai: Erwartete Stellungnahme des Bundesrats zur angepassten Eigenmittelverordnung.
- 29. April: Präsentation der Ergebnisse für das erste Quartal 2026.
Für das laufende Jahr peilt das Management eine Eigenkapitalrendite (RoCET1) von rund 15 Prozent an. Ob dieses Ziel erreichbar bleibt, hängt maßgeblich davon ab, wie nah der finale Beschluss aus Bern an dem skizzierten parlamentarischen Kompromiss liegt. Die Q1-Zahlen am 29. April werden erste konkrete Anhaltspunkte liefern, wie effektiv die operative Ertragskraft die aktuellen regulatorischen und geopolitischen Gegenwinde abfedert.
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