Die Aktien der UBS geraten im Vorfeld einer entscheidenden Parlamentsdebatte über strengere Eigenkapitalvorschriften unter Abgabedruck. Am heutigen Dienstag notiert das Papier an den europäischen Handelsplätzen bei 43,21 Euro, was einem Minus von 3,0 Prozent entspricht. Auslöser der Kursverluste ist die wachsende Unsicherheit über künftige regulatorische Auflagen für die Schweizer Grossbank.
Streit um Kapitalisierung der Auslandstöchter spitzt sich zu
Der politische Druck auf das Institut nimmt vor der morgigen Sitzung des Ständerats spürbar zu. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Eigenmittelausstattung der ausländischen Tochtergesellschaften.
Medienberichten zufolge hat sich die UBS am Montagabend mit einem Positionspapier in die Debatte eingeschaltet. Darin befürwortet die Bank das Modell der ständerätlichen Kommission, welches eine hälftige Aufteilung der Anforderungen aus hartem Kernkapital (CET1) und AT1-Anleihen vorsieht.
Gleichzeitig gewinnt im Parlament jedoch ein weitergehender Vorstoss an Rückhalt: Ein Antrag von Ständerat Peter Hegglin zielt auf eine Quote von 90 Prozent hartem Kernkapital ab.
Am morgigen Mittwoch soll die Parlamentskammer nach einer Stellungnahme von Finanzministerin Karin Keller-Sutter über die verschiedenen Anträge abstimmen. Marktteilnehmer befürchten bei einer Annahme der strengeren Variante eine deutliche Mehrbelastung für die Kapitalstruktur der Bank.
Wirtschaftsverbände warnen vor Standortnachteilen
In die Diskussion schalteten sich am Montag auch Schweizer Wirtschaftsverbände ein. Die Interessenvertreter warnten vor negativen Folgen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Finanzplatzes, sollten die Kapitalauflagen überzogen werden.
Die Debatte berührt fundamentale Fragen der Konzernstrategie. UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher hatte bereits zuvor erklärt, dass das Finanzinstitut seine Zukunft in der Schweiz sorgfältig prüfen müsste, falls neue gesetzliche Vorgaben das internationale Geschäft zu stark beeinträchtigen würden.
Gegenüber dem gestrigen Schlussstand von 44,54 Euro hat der Titel spürbar nachgegeben. Die anstehende Abstimmung im Ständerat dürfte die kurzfristige Richtung der Aktie massgeblich mitbestimmen. Zudem rückt der operative Geschäftsverlauf wieder näher: Den nächsten Einblick in die Bücher gewährt das Institut am 28. Oktober, wenn die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 vorgelegt werden sollen.
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